BISStory

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  • Unsere Erfolge
  • Was uns beunruhigt
  • Die Geschichte der BISS: Meilensteine unserer Arbeit

Sehen Sie dazu auch unsere Info-Videos:

 

1. Unsere Erfolge

Menschenkette an der Harxbütteler Straße

Menschenkette an der Harxbütteler Straße, 14. September 2013

Veränderungssperre / neuer Bebauungsplan
Im Grunde war es eine Gemeinschaftsarbeit: Uns wurde zugetragen, dass Asse-Lauge nach Thune kommen sollte, wir recherchierten weiter, entdeckten die hohen Umgangsgenehmigungen usw., informierten den Rat – und der entschied schließlich: Es wird einen neuen Bebauungsplan geben, die Abfallwirtschaft wird neu geregelt, und für 2 Jahre wird für das Gelände eine Veränderungssperre beschlossen. Diese wurde (Stand Dezember 2014) zweimal verlängert.

Bislang Verhinderung des Hallenbaus
Nicht zuletzt dank unserer Informationen war der erneute Antrag der Firma Eckert & Ziegler, der trotz Veränderungssperre den Bau der ursprünglich geplanten Halle ermöglichen sollte, nicht mehrheitsfähig. Es war der einzige Sonderantrag, dem nicht stattgegeben wurde. Aber Achtung: Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg ist diese Gefahr wieder sehr akut. Sollte eine Klage der einzige Ausweg sein - und so sieht es aus -, bietet der Rechtshilfefonds Strahlenschutz e.V. jedem die Möglichkeit, mit einem Betrag seiner Wahl die klagenden AnwohnerInnen zu unterstützen, die dann für das Wohl der Allgemeinheit hohe finanzielle Risiken eingehen.


2. Was uns beunruhigt

 

Umgangsgenehmigungen
Die Umgangsgenehmigungen EZNs entsprechen Vorratsgenehmigungen und erlauben es, neben Schulen und Wohnhäusern das 20-fache des Asse-Inventars zu lagern.

2000-h-Regel
Für Räume, die an Röntgenpraxen grenzen (z.B. Büros), wird eine Aufenthaltswahrscheinlichkeit von nicht mehr als 2000 Stunden im Jahr angenommen, was bei Bürokräften realistisch ist. Das hat rein praktische Gründe. Diese Regelung wird in Thune auch angewendet, was unserer Ansicht nach ungerechtfertigt ist. Hier handelt es sich um ein Unternehmen der Privatwirtschaft, das der Bevölkerung an der Grenze zum Fußweg (Zaun) Werte zumutet, die faktisch 3-4 mal oberhalb des Grenzwertes liegen und illegal wären, würde die 2000-h-Regelung nicht angewandt.

Abluftgenehmigung
Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) sieht spezifische Höchstwerte für radioaktive Nuklide vor. Im Falle des radioaktiven Jod-131 darf in Thune mehr als das 250-fache dieses Wertes über die Schornsteine in die Luft geblasen werden – nur ca. 300 m vom Schulzentrum entfernt. Und das, obwohl dieser Stoff die kindliche (und erwachsene) Schilddrüse besonders belastet.

Belastung durch Transporte
Die firmeneigenen Transporter, die praktisch täglich durch Thune und die angrenzenden Ortschaften fahren, werden offenbar nicht so geschützt, wie der Normalbürger es annehmen sollte: An einer Tankstelle konnten wir in ca. 2 Metern Entfernung des Firmenfahrzeugs einen Wert nachweisen, der dem 216-fachen der für Thune typischen natürlichen Strahlung nachweisen (17,35 µSv/h statt 0,08 µSv/h). Das entspricht der Strahlenbelastung, die in 6-7 Meter Entfernung von einem Castorbehälter ausgeht!

Uranbehälter
Auf dem Firmengelände werden mehrfach monatlich bierfassgroße Uran-Transportcontainer angeliefert. Uran strahlt zwar im Vergleich mit beispielsweise Plutonium relativ schwach, es ist aber trotzdem radioaktiv und in seinen wasserlöslichen Verbindungen ein starkes Nierengift.

Mo-99: Terrorgefahr und gesundheitliche Risiken
Das Gewerbeaufsichtsamt bestätigte uns, dass seit einigen Jahren Molybdän-99 an die auf dem Gelände ansässige Firma GE-Healthcare geliefert wird. Da dieser Stoff in flüssiger Form angeliefert wird und unserer Ansicht nach weder die Transporte noch das Firmengelände ausreichend geschützt sind, sehen wir jetzt – verspätet – das Argument des GAA bestätigt, das uns die Herausgabe der Inventarlisten lange beharrlich mit dem Hinweise auf Erhöhung der Terrorgefahr verweigert hatte.

Offenbar fehlende oder mangelhafte Katastrophenpläne
Wer nach Evakuierungsplänen, Verhaltensempfehlungen oder auch nur danach fragt, wie es im Fall des Falles mit Jodtabletten aussähe, kann getrost von Pontius zu Pilatus rennen, er wird nur Folgendes herausfinden: GAA, Erster Stadtrat und Feuerwehr verweisen jeweils auf einen der anderen Beteiligten, der dafür zuständig sei. Das Einzige, was offenbar wirklich existiert, ist ein vorgeschriebenes Informationsblatt für die Feuerwehr, damit diese weiß, welche Stoffe wo lagern. Alles andere scheint zumindest zweifelhaft.

Mangelnde Transparenz der Firmen
Eigentlich wird immer nur dann etwas zugegeben, wenn wir zuvor Belege veröffentlicht haben. Das sollte Aufgabe der Überwachungsbehörden sein, nicht unsere. Stattdessen gehen die Firmen mit Scheintransparenz und Charme-Offensiven an die Öffentlichkeit (Einladung zur Firmenbesichtigung per Briefpost an alle Anwohner; während der Besichtigung sah man kaum einen Mitarbeiter und hauptsächlich nur das Aushängeschild Medizinproduktion).

Leugnen der Verantwortung (Firma)
Herr Dr. Eckert (EZN) ließ mehrfach Seufzer fahren im Sinne von „Ja, wenn ich Effekte hätte...!“. Damit sollte angedeutet werden, dass selbstverständlich alles in Ordnung ist, weil nirgendwo Schäden gemeldet wurden, die der Firma bzw. dem Firmengelände zuzuordnen wären. Das hat aber Gründe: Die Häufigkeit der Krebsfälle in der Umgebung kann aufgrund unzureichender Datenlage weder als dramatisch noch als harmlos klassifiziert werden. Und selbst wenn, wäre es wegen langer Latenzzeiten und Multikausalität unmöglich, einen eindeutigen Bezug zum Verursacher herzustellen. Deshalb ist Herr Dr. Eckerts Bemerkung trivial.

Leugnen der Verantwortung (Stadt, GAA)
Juristisch eindeutig korrekt, moralisch äußerst fragwürdig: Die Verwaltung der Stadt Braunschweig und das Gewerbeaufsichtsamt ziehen sich aus der Verantwortung, die Verwaltung mit dem Hinweis darauf, dass sie für Radioaktivität nicht zuständig sei, und das GAA mit dem lapidaren Hinweis, ihr seien keine Verstöße gegen geltendes Recht bekannt. Merkwürdig ist dabei allerdings beispielsweise, dass die BISS bereits in ihrer 21-seitigen Einwendung zum neuen Bebauungsplanentwurf auf baurechtliche Missstände hingewiesen hatte, die Verwaltung aber auch danach behauptete, sie wisse von nichts.

Verschobenes Geschlechterverhältnis
Es überraschte uns selbst, dass wir für Thune trotz der relativ geringen Einwohnerzahl doch statistisch relevant nachweisen konnten, dass seit dem Beginn des Umgangs mit Radioaktivität in Thune deutlich mehr Jungen im Verhältnis zu Mädchen geboren wurden, als zu erwarten gewesen wäre. Dieser Effekt ist z.B: aus der Einlagerungszeit der Asse bekannt und aus Europa nach Tschernobyl.

Scheuklappen für die Firma Buchler
Es ist gut und richtig, alteingesessene Firmen zu schützen. Dass man aber dabei geflissentlich übersieht, welche Rolle die Firma Buchler bei der Einlagerung in die Asse spielte (falsch deklarierte Fässer gefährdeten Menschen in Geesthacht, wo Fässer landeten, die nicht mehr in die Asse durften), ist nicht nachvollziehbar.

Baurechtliche Missstände
Ein Wohnhaus im Industriegebiet, ein 3-geschossiges Wohnhaus im Mischgebiet, wo nur 2-geschossige Gebäude zugelassen sind ein Parkplatz mit rudimentärem Grün statt des vorgesehenen fünf Meter breiten Grünstreifens, ein Industriebetriebs-Parkplatz im Mischgebiet, wo er nicht zugelassen ist: Daraus resultieren zwar keine Gefährdungen für die Anwohner, aber diese Gegebenheiten passen ins Bild einer Firma, der offenbar alles genehmigt wird, was sie will. Die BISS erstattete Anzeige.


3. Die Geschichte der BISS: Meilensteine unserer Arbeit

Bitte beachten Sie: Die Daten sind unter Umständen nicht immer ganz korrekt, da einiges sich nicht auf den Tag genau zurückverfolgen ließ.

Wir danken den vielen Helfern und Unterstützern aus Politik, Bürgerinitiativen, Presse, Funk, Fernsehen, Handel, Musik, Privatleben und, und, und... und können Sie bzw. Euch leider an dieser Stelle nicht alle einzeln aufführen. Bitte fühlt Euch trotzdem angesprochen!

  • 06. September 2011: Initiatoren der BISS reagieren auf Gerüchte, die Firma Eckert & Ziegler / Nuclitec (EZN) wolle in Thune Asse-Lauge konditionieren, mit einer Informationsveranstaltung. In der Folge treten viele der Zuhörer der neuen Bürgerinitiative StrahlenSchutz (BISS) bei. Am 08. Mai 2012 erfolgt die Gründungsversammlung der gemeinnützigen BISS e.V.
  • Ende September 2011: Erste Überwachungsberichte des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) werden uns bzw. Robin Wood zur Verfügung gestellt. In den folgenden Wochen und Monaten werden uns – immer auf entsprechenden Druck - immer wieder kleckerweise neue Berichte übersandt.
  • 09. November 2011: Die von Robin Wood und BISS recherchierten hohen Strahlungswerte und Zweifel an der Angemessenheit der Überwachung sind während der Veranstaltung „Strahlenalarm in Gorleben und Braunschweig“ Thema in der Brunsviga. Wer wegen des etwas reißerischen Titels skeptisch war, wurde schnell durch die Qualität der Beiträge eines Besseren belehrt.
  • 23. November 2011: Die BZ veröffentlicht die Nachricht, dass EZN einen Bauautrag eingereicht hat. Die BISS startet eine Unterschriftenaktion, informiert Anwohner und Politiker. Eine Zusammenschau diverser Äußerungen Herrn Eckerts bundesweit legt den dringenden Verdacht nahe, dass in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern und Schulen ein überregionales Zentrum für die Konditionierung von Atommüll entstehen soll. Dagegen erscheint die Asse- Lauge, wegen der sich die BISS ursprünglich gegründet hatte, tatsächlich fast harmlos.
  • 09. Dezember 2011: Robin Wood und BISS erstatten Strafanzeige gegen EZN und andere wegen Verdachts auf unerlaubte Freisetzung von Radioaktivität, Verdachts auf fortgesetzte Grenzwertüberschreitungen und Verdachts auf ungenügende oder falsch ausgeführte Überwachung. Die Staatsanwaltschaft nimmt zwar Ermittlungen auf, sieht aber offenbar keinen Handlungsbedarf.
  • 13. Dezember 2011: Der Rat der Stadt Braunschweig beschließt: Es soll ein Expertenhearing zu EZN geben, der 40 Jahre alte Bebauungsplan soll neu verhandelt werden, und eine Veränderungssperre soll vorbereitet werden. Die BISS übergab im Vorfeld des Tagesordnungspunktes eine Unterschriftenliste gegen eine Erweiterung EZNs.
  • Januar 2012: Das Gewerbeaufsichtsamt fordert EZN bereits zum dritten Mal auf, eine zufriedenstellende Begründung dafür zu liefern, dass die Inventarlisten dem Betriebsgeheimnis unterliegen. Gemäß Umweltinformationsgesetz (UIG) hätte die BISS ein Recht auf Einsicht; aus unserer Sicht liegt öffentliches Interesse vor. Schließlich, so wirkt es, muss man sich wohl auf „erhöhte Terrorgefahr“ geeinigt haben, die nur durch entsprechendes anderweitiges öffentliches Interesse übertrumpft werden könnte. Die BISS fragt: Was lagert auf dem Gelände, das überhaupt Terrorgefahr zur Folge haben könnte, von einer Erhöhung derselben durch Offenlegung der Stoffe ganz zu schweigen?
  • 23. Januar 2012: Stellvertretend für viele positive Berichte in Presse, Funk und Fernsehen: Das NDR-Magazin „Markt“ berichtet aus Sicht der BISS äußerst gelungen zur Thematik. Es soll nicht der einzige NDR-Bericht bleiben. Eckert & Ziegler wird mehrfach wegen Lappalien dagegen klagen, kann aber die Grundaussage nicht leugnen: Für Transporte radioaktiver Materialien gelten auch im Wohngebiet dieselben Grenzwerte wie für Castoren.
  • 25. Januar 2012: In der Stadthalle Braunschweig findet das vom Rat geforderte Expertenhearing statt. Die BISS kann zwar nicht für eine in ihren Augen paritätische Verteilung der Experten auf dem Podium sorgen, diese dürfen sich aber per Zuschauermikrophon zu Wort melden. Noch während des Hearings gibt EZN eine Pressemitteilung heraus, die von der BISS kommentiert wird. Tenor der Firma und der Überwachungsbehörden: Keine Gefahr, keine Kernbrennstoffe. Allerdings wird bekannt, dass eine beschädigte Cäsiumbox auf dem Gelände lagert.
  • 28. Februar 2012: Der Rat der Stadt Braunschweig beschließt eine Veränderungssperre für das Thuner Industriegebiet. Diese kann für bis zu zwei Jahren aufrechterhalten bleiben. Die BISS hofft, dass man sich nicht wieder, wie 2010, von EZN zu einer vorzeitigen Rücknahme der Veränderungssperre bringen lässt.
  • 11. März 2012: Die BISS zeigt während der Lichterkette zum Jahrestag der Fukushima- Katastrophe starke Präsenz und „bedient“ die Straßenzüge von EZN bis weit nach Wenden hinein.
  • April 2012: Die nach monatelangem Ringen endlich sowohl den Landtagsgrünen als auch der BISS zur Verfügung gestellten Inventarlisten EZNs entpuppen sich als gegenstandslos: Sie erklären lediglich 0,5% der in der Produktion tatsächlich ausgenutzten Aktivität.
  • April 2012: Es wird öffentlich bekannt: Bei Eckert & Ziegler lagert Plutonium. Der BISS war bereits bekannt, dass 47 Plutonium-Beryllium-Quellen 2010 von Thune aus in die USA verschifft worden waren; im April 2012 befindet sich noch eine einzige Quelle mit 6,8g auf dem Gelände, die mittlerweile abtransportiert worden ist. Die Genehmigungen der Firma erlauben allerdings wesentlich höhere Kapazitäten. Also doch Kernbrennstoffe, obwohl das immer geleugnet worden ist! Die BISS fragt sich: Ist es nicht wahrscheinlich, dass Plutonium auch in der medizinischen Produktion oder anderen Bereichen EZNs verwendet wird? Wieviel lagert auf dem Gelände wirklich?
  • 20. April 2012: Lucklum erlebt das „1. Anti-Atom-Konzert“; Profiteure der Benefizaktion sind der Asse-II-Koordinationskreis und die BISS.
  • Mai 2012: Robin Wood veröffentlicht in der Umweltzeitung (Ausgabe Mai / Juni 2012) den Verdacht, dass es in der Vergangenheit zu einer Freisetzung kurzlebiger radioaktiver Isotope durch EZN gekommen sein könnte. Es wird sowohl nachgewiesen, wie man zu dieser Vermutung gelangt ist, als auch verdeutlicht, dass dafür bis dato kein eindeutiger Beweis existiert.
  • 07. Mai 2012: EZN gibt dem NDR schriftlich zu verstehen, die Herausgabe weiterer Informationen [zum Inventar] könne zu weiteren Missverständnissen und der Gefahr von "Laienhysterien" führen. Die Bekanntgabe der vollständigen Inventarlisten bleibt eines unserer vorrangigen Ziele.
  • 08. Mai 2012: Stummer Eklat im Braunschweiger Stadtrat: Die Stadtverwaltung gibt zu, bereits seit 1998 über Plutonium auf dem Firmengelände informiert gewesen zu sein. Man habe allerdings keinen Handlungs- oder Recherchebedarf gesehen und würde auch in Zukunft in ähnlich gelagerten Fällen weder die politischen Gremien noch die Bevölkerung informieren.
  • 10. Mai 2012: Der Niedersächsische Landtag debattiert über EZN. Kurz darauf fordert die BiBS-Fraktion des Braunschweiger Stadtrates einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen um die Plutonium-Genehmigung von 1998. Das Ergebnis ist letztlich gleich null: Das Land hat offenbar kein echtes Interesse daran, die Bürger vor Eckert & Ziegler zu schützen. Sowohl die Landtagsgrünen als auch die Landtagslinken haben mehrfach Anfragen gestellt bzw. Erklärungen herausgegeben, die aus unserer Sicht gut und wichtig sind. Seit allerdings die Grünen den Umweltministerium Niedersachsens stellen, warten wir auf nennenswerte Verbesserungen... Schade.
  • 14. Juni 2012: EZN hat einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung von der Veränderungssperre gestellt, der später abgelehnt wird. Es hätte auch kaum Sinn ergeben, einem Antrag auf genau jene Halle stattzugeben, wegen derer die Veränderungssperre überhaupt erst angestrebt worden war. Nichtsdestotrotz verklagt Eckert & Ziegler die Stadt Braunschweig wegen Verweigerung der Baugenehmigung.
  • Juni 2012: Die Stadtverwaltung Braunschweig fühlt sich von der Zunahme der Akteneinsichten überfordert.
  • 12. Juli 2012: Offener Brief des Elternrats des Lessinggymnasiums gegen die Erweiterung Eckert & Zieglers.
  • 29. August 2012: Ein Gutachten der INTAC vom 02. Juli 2012 zu Eckert & Ziegler bestätigt: Entscheidungen der Genehmigungsbehörden sind nicht nachvollziehbar.
  • 25. September 2012: Die BISS veranstaltet den Bürger-Informationsabend "Wie geht's dem Braunschweiger Norden?".
  • 13. Oktober 2012: Die BISS ist zu Gast beim Ökumenischen Forum in der Jugendkirche und findet dort offene Ohren.
  • 30. Oktober 2012: Es wird offiziell, dass alle Anträge auf Sondergenehmigung trotz Veränderungssperre Eckert & Ziegler-Zwecken dienen.
  • 07. November 2012: Die Umweltorganisation Robin Wood berichtet in ihrem bundesweiten Magazin über uns.
  • 13. November 2012: Der erste, äußerst enttäuschende Entwurf des neuen Bebauungsplans wird vorgestellt.
  • 23. November 2012: Die BISS reicht fundierte Einwendungen und eigene, mit Fachleuten vorbereitete Vorschläge zum Bebauungsplan ein. Bis heute (Dezember 2014) wurden sie offenbar ignoriert.
  • 3. Dezember 2012: Landesverband der Niedersächsischen Linkspartei bringt Eckert & Ziegler ins Wahlprogramm für die Landtagswahl.
  • 20. Januar 2013: Niedersachsen wird rot-grün. Zuvor hatte der Landesverband der Niedersächsischen Linkspartei Eckert & Ziegler in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Leider hat uns bislang keiner dieser Umstände viel genützt.
  • 19. Januar 2013: Unser erster Gammamonitor geht in Betrieb. Nach technischen Problemen mit dem Gerät geht im Juni 2014 unser neuer Gammamonitor online.
  • Februar 2013: Die Antwort auf eine Anfrage der Bundesgrünen bringt uns auf die Spur: In Thune werden Uranbehälter verwendet, um stark strahlende Stoffe aus der Medizinsparte zu transportieren.
  • 06. März 2013: Ein BISS-Mitglied stellt Anzeige wegen baurechtswidriger Zustände auf dem Buchler-Gelände (Mietshäuser, Parkplätze...).
  • März 2013: Die BISS wird für den "Gemeinsam"-Preis der Braunschweiger Zeitung nominiert; ein Portrait der BISS erscheint sowohl online als auch in der Printausgabe.
  • 19. März 2013: BISS-Pressemitteilung "Terrorgefahr und gesundheitliche Risiken durch radioaktives Mo-99 in Thune"
  • 16. April 2013: Eine Militärmaschine vom Typ "Tornado" überfliegt das Gelände. Am selben Abend stellt die BISS dazu Fragen im Bezirksrat.
  • 25. April 2013: Die BISS nimmt an der Kerzenaktion "Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima" teil und beteiligt sich an den Fürbitten.
  • 31. Mai 2013: Der Erlös des ASSE-Konzertes in der Magnikirche Braunschweig kommt neben aufpASSEn e.V. auch der BISS zugute.
  • 18. Mai 2013: Ein BISS-Mitglied misst an einer Tankstelle 2 Meter entfernt von einem der Medizintransporter des Geländes das 300-fache der ortsüblichen natürlichen Hintergrundstrahlung.
  • 02. Juli 2013: Die BISS ist zur Landeskonferenz der Antiatom-Initiativen NRW geladen. Unter anderem verdeutlichen Duisburg und Braunschweig: "Gemeinsam gegen Atommüll in Wohngebieten!" In Duisburg gibt es mittlerweile (Dezember 2014) die Zusage, bis 2019 den Atommüll aus dem Wohngebiet wegzuschaffen. Braunschweig dagegen arbeitet offenbar bewusst auf die nationale Atommülldrehscheibe hin.
  • 01. September 2013: Ein Bericht des Bundes zeigt, das Braunschweig bereits jetzt einer der wenigen bundesweiten Standorte für die Konditionierung radioaktiver Abfälle ist (neben Duisburg, Jülich, Karlsruhe, Krefeld und Lubmin bei Greifswald).
  • 04. September 2013: Ein von der BISS in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten der Kanzlei Baumann vom 28. August 2013 belegt, dass die Stadt Braunschweig sehr wohl das Recht, sogar die Pflicht hat, Radioaktivität in der Bauleitplanung zu berücksichtigen.
  • 12. September 2013: Die Stadt verliert vor Gericht gegen Eckert & Ziegler, weil sie die Radioaktivität nicht ins Spiel bringt. Anwesende BISS-Mitglieder trauen ihren Augen kaum. Später wird die Berufung zugelassen. Wir warten derzeit (Dezember 2014) auf das Ergebnis.
  • 14. September 2013: Die Menschenkette der BISS-Aktion "Atomalarm2013" rund um das Nukleargelände in Thune wird mit über 2000 Menschen geschlossen. Luftballons steigen in die Höhe, die teils bis Rostock fliegen. Duisburg schickt ein Grußwort, Leese liefert Bilder einer Dekontamination. Auch bei Cattenom gibt es eine Veranstaltung.
  • 18. September 2013: Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender des VW-Werks Braunschweig, zeigt sich angesichts der Situation in Thune fassungslos und fordert die Politik auf, die Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung zu schützen.
  • 08. November 2013: Der Sorgenbericht der Atommüllkonferenz, "Atommüll / Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland" erscheint und kann über die AG Schacht Konrad bezogen werden. Auch über Braunschweig-Thune wird darin berichtet.
  • 12. November 2013: BISS-Kundgebung vor dem Rathausplatz mit Übergabe von 11,000 Unterschriften und Redebeiträgen.
  • 16. November 2013: Die Verwaltung gibt auf eine Einwohnerfrage im Rat hin zu, dass das Containerlager auf dem Gelände illegal ist. Später wird die Verwaltung Eckert & Ziegler eher halbherzig auffordern, die Container wegzuschaffen, sie lässt sich aber sofort abwiegeln, als Eckert & Ziegler begründet, sie könnten die Container nicht vom Gelände verbringen. Später kommt es zu mehreren Erweiterungen des illegalen Containerlagers. Die BISS zeigt der Stadt diesen Umstand mehrfach an, stößt jedoch insgesamt auf bemerkenswertes Desinteresse seitens der Verwaltung. Im Dezember 2014 heißt es plötzlich, die Container seien genehmigungsfrei.
  • 19. November 2013: Der Datenschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen leitet nach Anzeige durch die BISS ein Verfahren wegen illegaler Videoüberwachung ein, weil die Kameras des Geländes auch außerhalb des Firmenareals filmen. Die Kameraüberwachung ist Voraussetzung für den Fortbestand der 2000-Stunden-Regelung. Das Verfahren verläuft im Sande.
  • 04. Dezember 2013: Auf einer Betriebsversammlung übergeben VW-Werker eine Petition gegen die Erweiterung bei Eckert & Ziegler, für Reduzierung und Befristung der Genehmigungen und für die Verlegung an einen geeigneteren Standort an Ministerpräsident Weil.
  • 09. Januar 2014: Der Deutschlandfunk berichtet über die BISS und die Situation in Wenden / Thune / Harxbüttel.
  • 15. Januar 2014: Das Niedersächsische Umweltministerium ordnet bessere Umgebungsüberwachung bei Eckert & Ziegler an. Die Abluft bleibt jedoch nach wie vor Stiefkind.
  • 24. Februar 2014: Beginn der BISS-Sonntagsspaziergänge um das Gelände.
  • 07. Mörz 2014: Wir veröffentlichen ein 2013 durch die Physikerin Prof. Oda Becker erstelltes Neutronengutachten. Fazit: Die Direktstrahlung, insbesondere die Neutronenstrahlung, sollte gesenkt werden.
  • 11. März 2014: Beginn der BISS-Mahnwachen vor dem Gelände.
  • 26. April 2014: BISS beim Wolfenbütteler Umweltmarkt im Rahmen der Europäischen Aktionswochen "Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima".
  • 31. Juli 2014: Okerwelle-"Wunschkiste" mit BISS.
  • 29. Juni 2014: Die BISS beim Evangelischen Landesjugendtag in Neuerkerode.
  • 29. Juni 2014: BISS warnt vor Erweiterung der Betriebszeiten bei der Buchler GmbH. Dem Antrag wird dennoch im Juli in Rekordzeit stattgegeben, obwohl der Verdacht im Raum steht, dies könne einen Türöffnereffekt für die Atomfirmen nach sich ziehen. Tatsächlich heißt es mittlerweile, Herr Buchler habe in der Zwischenzeit geäußert, er könne nicht verstehen, weshalb ihm die Erweiterung genehmigt wurde, während Eckert & Ziegler umstritten seien - die lägen aber doch weiter von der Wohnbebauung entfernt als sein Betrieb... Da kann man nur sagen: Das war abzusehen.
  • 14. Juli 2014: Unser Plakat-Protest-Anhänger wird aufgestellt. Der Versuch der Orts-CDU, das störende Warnschild "Atommülllager Braunschweig" verschwinden zu lassen, indem man den Gummiwagen als verkehrsgefährdend darstellt, bleibt wirkungslos.
  • 18. Juli 2014: Die BISS äußert sich kritisch zum Auftragsumfang des Restrisikogutachtens der Stadt. Bei einer späteren Veranstaltung befand der Gutachter, er müsse dem Hinweis bzgl. des (als besonders gefährlich einzustufenden) Tritium-Thymidins nachgehen. Ob dies geschehen ist, wissen wir bis heute nicht (Dezember 2014).
  • 19. Juli: Die BISS nimmt kritisch Stellung zur Änderung des Flächennutzungsplans. Interesse der Stadtverwaltung: Gleich Null.
  • August 2014: Die gutachterliche Stellungnahme zum Restrisiko in Thune geht zwar nicht annähernd von den tatsächlichen Voraussetzungen aus (Umfang der Genehmigungen usw.), kommt aber dennoch zu dem Schluss, dass für Anwohner bereits jetzt und im Normalbetrieb ein höheres radiologisches Risiko besteht als an einem Atomkraftwerk. Die Stadtverwaltung verwendet dieses Ergebnis jedoch nicht, um Abhilfe zu schaffen, sondern schließt lediglich zukünftig die Ansiedlung neuer Nuklearbetriebe aus.
  • 09. September 2014: Der Rechtshilfefonds Strahlenschutz (bald e.V.) gründet sich.
  • 23. November 2014: Nach dem überraschend großen Zulauf für das BISS-Video "Braunschweig - statt Marketing" erstellt die BISS einen eigenen Youtube-Kanal. Die ersten weiteren Videos: "Okerwelle-"Wunschkiste" mit BISS" und "Tiefflieger über Atomanlagen". Inzwischen gibt es auch Playlists mit dokumentarischen Beiträgen anderer Anbieter.
  • 06. Dezember 2014: Die BISS prangert an, dass dieselbe Frau Dr. Lange, die beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig für die Genehmigungen auf dem Nukleargelände mit verantwortlich war, mittlerweile für das Niedersächsische Umweltministerium die Überprüfung genau dieser Genehmigungen durchführt. Wir erwarten von Umweltminister Wenzel, dass diese Arbeit von unabhängigen Sachbearbeitern getan wird.
  • 07. Dezember 2014: Die BISS veröffentlicht ein Schreiben an den Niedersächsischen Umweltminister, in dem sie eine Analyse unbedingt zu betrachtender Aspekte liefert, um so sicherzustellen, dass der "Stresstest" des Landes zu realistischen Annahmen führen kann.