BISS begleitete Tour de Natur bei ihrem Start in Braunschweig bis Schacht Konrad

Start der Tour de Natur in Braunschweig

Start der Tour de Natur in Braunschweig

heute startete nach einer stürmischen Nacht in Braunschweig die Tour de Natur auf dem Braunschweiger Kohlmarkt mit über ein Hundert Fahrradfahrern - von ganz jung bis jung geblieben.

Braunschweig begrüßt die Tour de Natur

Braunschweig begrüßt die Tour de Natur

Braunschweigs Erste Bürgermeisterin Frau Harlfinger begrüßte die Tour de Natur auf dem Kohlmarkt.

Die BISS informierte die Tour de Natur über die Situation des Atomstandortes Braunschweig.

 

 

Bei sonnigem Wetter und gemäßigtem Wind demonstrierte die Tour de Natur ihre Haltung zur Atomkraft mit einem Theaterstück über die Entstehung des Atommüll-Problems.

Theater - woher kommt das Atommüll-Problem

Theater - woher kommt das Atommüll-Problem

Für jeden verständlich wurden die finanziellen und gesellschaftlichen Abfolgen bis hin zur Einrichtung eines Atommüll-Endlagers veranschaulicht.

 

Danach startete die Tour de Natur bis vor die Tore von Schacht Konrad, von wo aus sie weiter in die Innenstadt von Wolfenbüttel und an die ASSE fuhren.

Ankunft und Informationen zum Schacht Konrad

Ankunft und Informationen zum Schacht Konrad

Eine informative und zügige Fahrt für den Start am ersten Tag der 14 tägigen Tour de Natur.

Wir wünschen euch viel Spaß und immer angenehmen Rückenwind.

BISS e.V.

 

Sonntag 26. Juli startet die Tour de Natur auf dem Braunschweiger Kohlmarkt mit der BISS

Während in Hamburg der Regen an die Scheibe klopft, werden  noch die letzten Details geklärt, damit am kommenden Samstag die Tour de Natur starten kann. Die Wetteraussichten sehen auch nicht so übel aus;-)

Zum 25. Mal gibt es diese selbstorganisierte Umweltradtour, die seit 1991 jedes Jahr stattfindet. Mehrere tausend Teilnehmer sind seitdem mitgeradelt und über 10.000 Kilometer Strecke zusammen gekommen  - und wer weiß schon, wie viel Schweiß, Lebenszeit und Nerven die Organisation der 25 Touren gekostet und wie viel Spaß und frische Ideen sie gebracht haben! Ein paar Fotos findest du unten.

Die kommende Tour schneidet wichtige Themen an:

  • Gleich am ersten Fahrtag, den 26. Juli, geht es zwischen Braunschweig und der Asse natürlich um Atommüll.

Dazwischen gibt es breites Themenspektrum von Friedenspolitik über Massentierhaltung, Autobahn A14 bis hin zum Großflughafen BER.

http://www.tourdenatur.net

Wer Lust hat fährt noch mit oder ohne Fahrrad danach mit zum Schacht Konrad und zur ASSE. Nähere Informationen finden Sie auf der Web-Seite der AG Schacht Konrad.

 

Neuer Bebauungsplan beschlossen / Rat schachmatt gesetzt

- Pressemitteilung -

Weil die Erstellung des neuen Bebauungsplans so viel Zeit in Anspruch nahm, dass ein Gericht die Veränderungssperre beendete, konnte nun niemand mehr Änderungen einbringen. Vor einem solchen selbst verursachten „Sachzwang“ hatte die BISS die Ratsmitglieder seit Jahren gewarnt:

"Wenn keine Änderungen bei den Zielen des Bebauungsplans oder in dem Entwurf vor der Auslegung des Bebauungsplans erfolgen und das alte Baurecht nicht frühzeitig aufgehoben wird, dann hat niemand mehr wirklich eine Wahl den neuen Bebauungsplan zu ändern oder abzulehnen."

Die CDU sieht das Thema als zu komplex für die Bürger und die Ratsherren. Daher stimmt sie bedingungslos dem Vorschlag der Stadtverwaltung zu und hofft auf Rettung durch den Grünen Umweltminister Stefan Wenzel, der möglichst die Strahlengenehmigung verringern soll, um die Gefährdungen für Braunschweig zu minimieren.

Die SPD sieht in der Kürze keine bessere Alternative, als dem Bebauungsplan zustimmen zu müssen. Sie erklärt sich als „zufrieden“ mit dem Vorschlag. Die Möglichkeit eines politischen Signals in Form beispielsweise einer Resolution wurde als sinnlos abgetan.

Grüne, BIBS, Piraten und Linke stimmen dem neuen Bebauungsplan nicht zu und wünschen sich weitere Änderungen.

Die Verwaltung stellt den Bau der Halle nach wie vor als Verbesserung dar, die den Anwohnerinnen und Anwohnern „vielleicht nicht reicht“. Dass von den potentiellen Folgen ganz Braunschweig betroffen ist, sieht man offenbar noch immer nicht.

Mit dem neuen Bebauungsplan hat Eckert & Ziegler nun die Möglichkeit, eine neue Halle zu bauen und ihre auf dem Leserforum der BZ angekündigten Erweiterungen bis zur völligen Ausschöpfung ihrer hohen Strahlengenehmigungen durchzuführen.

Braunschweiger Stadtgebiet ist nun radioaktives Erweiterungspotential für die Aktiengesellschaft Eckert & Ziegler.

BISS e.V.

 

Offener Brief an Oberbürgermeister und Rat der Stadt Braunschweig

Unmittelbar vor der Entscheidung des Rates der Stadt Braunschweig über die Annahme oder Ablehnung des neuen Bebauungsplanes für das Gelände um die Braunschweiger Nuklearfirmen neben Wohnhäusern und Schulen, die am kommenden Dienstag in öffentlicher Sitzung gefasst werden soll, wendet sich Dr. Thomas Huk im Auftrag der BISS mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeister und Rat. Darin verdeutlicht er unmissverständlich:

"Mit   diesem   Standort   nehmen   die   Nuklearfirmen   und   auch   die   Stadt bewusst   ein   erhöhtes   Strahlenrisiko   für   die Bevölkerung   in   Kauf - im Normalbetrieb  und  natürlich  im  Störfall. Dies  sollte  Ihnen  bewusst  sein,  wenn  der neue B-­Plan  im  Rat  der Stadt  verabschiedet  wird."
 

Resolution im Wortlaut

Unmittelbar vor dem Leserforum der Braunschweiger Zeitung am 30.06.2015 tagte der Stadtbezirksrat Wenden-Thune-Harxbüttel, in dessen Bezirk sich das Braunschweiger Nukleargelände befindet, im Pressehaus. Während dieser Sitzung wurde eine Resolution verabschiedet, mit der BiBS, Grüne und SPD dem Rat der Stadt Braunschweig praktisch in letzter Sekunde noch einmal die Unverantwortlichkeit der Gegebenheiten verdeutlichten, die auch der neue Bebauungsplan nur weiter verschärfen wird.

 

Neue Studie bestätigt: “Leukämie schon bei geringster Strahlung”

Am 1.7.2015 berichtete das Wissenschaftsmagazin scinexx  über eine Studie eines internationalen Forscherteams um Klervi Levraud vom französischen Institut für Strahlenschutz und Reaktorsicherheit. In dieser Studie wurden Daten von 300.000 Arbeitern AKWs in Frankreich, Großbritannien und den USA ausgewertet, die jeweils länger als ein Jahr in AKWs gearbeitet haben.

mehr auf den Seiten der WAAG

 

Sonntagsspaziergang mit Landtagsabgeordneten

Heute (12.07.) findet um 14 Uhr wieder unser Sonntagsspaziergang ums Buchler-Gelände statt. Diesmal dabei:

Am Wochenende nach der Entscheidung von SPD und CDU für den neuen Bebauungsplan und kurz vor der Verabschiedung des Planes durch den Rat der Stadt Braunschweig kommt es dabei sicher zu spannenden Diskussionen.

Flaniert mit, stellt Eure Fragen und zeigt dabei, dass Euch eine Welt am Herzen liegt, in der verantwortungsvoll mit Atommüll umgegangen wird!

Treffpunkt: Ecke Gieselweg / Harxbütteler Straße, 38110 Braunschweig (OT Thune).

 

Pressemitteilung: CDU und SPD stimmen für den neuen Bebauungsplan - BISS befürchtet Bau der geplanten Atommüllhalle und Ausweitung des radioaktiven Inventars um bis zu 900 %

- Pressemitteilung -

CDU und SPD stimmen für den neuen Bebauungsplan - BISS befürchtet Bau der geplanten Atommüllhalle und Ausweitung des radioaktiven Inventars um bis zu 900 %.

Im Leserforum der Braunschweiger Zeitung bestätigte die Geschäftsführung von Eckert & Ziegler erstmals Erweiterungspläne. Dabei wurde deutlich: Die Genehmigungen, die bislang nur zu etwa 10% ausgeschöpft werden, sollen ausgenutzt werden. Diese Genehmigungen erlauben aber die Lagerung und Bearbeitung von 300 Mal so viel Radioaktivität wie in der Asse.

Der Planungs- und Umweltausschuss bestätigte heute mit den Stimmen der SPD und CDU den neuen Bebauungsplan für das Buchler-Gelände mit den Nuklearfirmen im Braunschweiger Stadtgebiet. Damit wird die geplante Erweiterung von Eckert & Ziegler zur Realität: Denn nur zukünftige Firmen, die mit Radioaktivität arbeiten, werden in diesem Bebauungsplan eingeschränkt. Die aktuell ansässigen Betriebe dürfen bleiben und sich erweitern.

Die BISS bezweifelt die Wirksamkeit von recht unpräzise formulierten Passagen im neuen Bebauungsplan, die angeblich nur eine Modernisierung und keine Erweiterung der Nuklearbetriebe zulassen. Es ist zu befürchten, dass die Stadt bei endgültiger Verabschiedung des B-Plans weder die geplante Atommüllhalle noch andere Erweiterungen im Rahmen der derzeit nur zu weniger als 10 % ausgenutzten Umgangsgenehmigung verhindern könnte.

Auf dem Leserforum der BZ versprach Geschäftsführer Dr. Mann (Eckert & Ziegler Umweltdienste) zwar, am Standort solle "keine Atommülldrehscheibe" entstehen, schriftlich bestätigte die Firma jedoch lediglich, dass die industrielle Konditionierung von atomaren Rückständen aus zurückzubauenden Atomkraftwerken (derzeit) nicht geplant sei und man sich auf die Bereiche Medizin, Pharmatechnik und Quellenproduktion fokussieren wolle.

Die BISS appelliert daher an die Fraktionen im Rat der Stadt, wenigstens die Formulierungen zur Verhinderung von Erweiterungen wirklich wasserdicht zu machen. "Damit dürften weder die CDU noch die SPD ein Problem haben. Schließlich geht es nur um die Präzisierung dessen, was angeblich auch jetzt schon im Bebauungsplan steht und von SPD und CDU gewollt ist", so Peter Meyer von der BISS.

Die BISS fordert unbedingt sofort weitere Einschränkungen und die Suche nach einem besser geeigneten Standort für die Firmen, die bislang und bis auf unbestimmte Zeit im Braunschweiger Stadtgebiet, mitten im Wohngebiet und neben Schulen und Kindergärten, mit radioaktiven Stoffen arbeiten werden.

Bund, Land und Stadt müssen gemeinsam eine sicherere Lösung suchen.

BISS e.V.

 

Der erste Schritt zur Erweiterung der Atomfirmen in Braunschweig: PlUA

Am Mittwoch, den 8. Juli, ab 15 Uhr findet eine Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses (PlUA) statt. Darin wird über den ersten Schritt zum neuen Bebauungsplan entschieden.

Die Tagesordnungspunkte 3 bis 6.1 beschäftigen sich mit dem Flächennutzungsplan und dem neuen Bebauungsplan.

  1. Vorstellung zur Umgebungsüberwachung Vortrag von Herrn Dr. Gründel, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
  2. 124. Flächennutzungsplan-Änderung "Gieselweg/Harxbütteler Straße" Stadtgebiet südlich des Gieselwegs, südwestlich der Ortslage Thune und nördlich des Mittellandkanals Behandlung der Stellungnahmen, Planbeschluss
  3. Bebauungsplan mit örtlicher Bauvorschrift "Gieselweg/ Harxbütteler Straße", TH 22; Stadtgebiet nördlich des Mittellandkanals, südwestlich der Ortslage Thune und südlich der Harxbütteler Straße Behandlung der Stellungnahmen, Satzungsbeschluss (wurde bereits versandt)
  4. Bagatelländerungen nur ohne Produktionserweiterung - Änderungsantrag zu 15-00195
  5. Antrag der BIBS-Fraktion vom 25.06.2015 zu "Einzäunungsarbeiten der Firma Eckert & Ziegler"

Kommt vorbei und folgt der Diskussion und der Entscheidung. Man muss ja nicht alles kommentieren...

BISS e.V.

 

Das BZ-Leserforum brachte Erkenntnisse, aber keine Ergebnisse

- Pressemitteilung -

Eckert & Ziegler - die Erweiterung des Standortes und des radiologischen Wirkens in Braunschweig Thune

Das Leserforum der Braunschweiger Zeitung am gestrigen Dienstag war mit weit über 200 Besuchern gut gefüllt. Die Teilnehmer waren Umweltminister Wenzel, Geschäftsführer Dr. Mann von Eckert & Ziegler, Stadtbaurat Hr. Leuer, Bezirksbürgermeister Hartmut Kroll und die Vertreter der BISS Dr. Thomas Huk und Astrid Buchholz.

Dr. Mann, EZ AG Vorstandsmitglied und EZ Umweltdienste Geschäftsführer, bekam allerdings aus unserer Sicht zuviel Redezeit, die er dazu nutzte,

  • die Stadt Braunschweig mit einer möglichen Atommülldrehscheibe zu bedrohen
  • der Stadt Braunschweig die Klage gegen den neuen Bebauungsplan anzukündigen
  • die Erweiterung des Standortes Braunschweig Thune im Rahmen der bislang nur zu 6% ausgenutzten Genehmigungen anzukündigen
  • Verhandlungen mit Stadt, Land und Bürgern anzukündigen, aber gleichzeitig eine Position der Stärke zu formulieren, die EZ erlaubt, alles zu fordern und nichts zu geben
  • alle Aussagen dazu, was sie nicht am Standort Braunschweig Thune machen wollen, zu widerrufen

Hier hat Eckert & Ziegler mal wieder seine Glaubwürdigkeit verspielt und die Anwesenden vor den Kopf gestoßen.

Schade ist nur, dass zwar viele Reden gehalten wurden, die den Standort Braunschweig mit der industriellen Verarbeitung radioaktiver Stoffe in Wohngebieten und neben Schulen und Kindergärten in Frage stellen, aber es wurden wie schon so oft keine Entscheidungen zum Wohl der Bürger in Aussicht gestellt.

  • der Stadtbaurat von Braunschweig traut sich nicht, den Industriestandort mitten im Wohngebiet in Frage zu stellen.
  • der Umweltminister Wenzel will erst Rechtssicherheit, bevor er Genehmigungen zurücknimmt.

Die BISS und der Bezirksbürgermeister für Wenden/Thune/Harxbüttel Hartmut Kroll konnten sich aufgrund der kurzen Redezeit kaum Gehör verschaffen, aber immerhin auf die vielen unwahren und verharmlosenden Aussagen von Eckert & Ziegler zur Ruhigstellung der Bürger und die möglichen Gefährdungen hinweisen.

Es geht also in die nächsten Runden.

Zum Beispiel: Eckert & Ziegler, in der Person Dr.Mann, droht Klagen und Schadensersatzanforderungen gegen Mitglieder der BISS und andere Bürger an, weil sie Widerstand gegen den ungenehmigten Zaunbau leisteten, den Eckert & Ziegler nun um 30 cm tiefer bauen musste.

Wo soll das hinführen? Doch wohl eher nicht zu einem gemeinsamen Gespräch mit Konsensfindung, was Dr. Mann immer wieder als mögliches Ziel formulierte?!

BISS e.V.

weitere Artikel zum Thema: AG Schacht Konrad

 

BISS Radtour zu Stätten der Braunschweiger radioaktiven Geschichte

am 28. Juni trafen sich 17 Radfahrer zu einer Tour an die Stätten Braunschweiger radioaktiver Geschichte und Gegenwart.

BISS Radtour zu den Stätten Braunschweiger radiaoktiver Geschichte und Gegenwart

BISS Radtour zu den Stätten Braunschweiger radiaoktiver Geschichte und Gegenwart

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Endlagersuchgesellschaft an der Theodor-Heuss-Straße, das alte Buchler Gelände an der Frankfurter Straße, der Mellennium Berg am Madamenweg, die Physikalisch Technische Bundesanstalt mit einem Vortrag der PTB zum Umgang mit den Hinterlassenschaften des stillgelegten Forschungsreaktors, und der Standort von Eckert & Ziegler in Braunschweig Thune wurden per Rad besucht und jeweils mit einem informativen Vortrag vorgestellt.

Aber auch schon das angenehme sonnige Wetter und die schattigen Radwege durch den Braunschweiger Westen und Norden verhalfen zu einer gelungenen Radtour, die wir im nächsten Jahr wiederholen werden.

BISS e.V.

 

Salzgitter wehrt sich mit Rechtsgutachten gegen NaPro und KONRAD

Das Nationale Entsorgungsprogramm der Bundesregierung (NaPro) hatte kürzlich zu 70,000 Einwendungen geführt. Insbesondere die Rolle von Schacht Konrad spielte dabei eine große Rolle. Ein Rechtsgutachten und eine Kurzexpertise zum Stand von Wissenschaft und Technik, die die Stadt Salzgitter in Auftrag gegeben hatte, kommen zu dem Schluss: Das Bergwerk ist ungeeignet; aktuelle Probleme bezüglich der Zwischenlager dürften kein Grund sein, an Konrad festzuhalten.

Die BISS teilt diese Einschätzung, begrüßt das Engagement der Stadt Salzgitter und fragt sich: Wieso wehrt sich Braunschweig nicht in ähnlich deutlicher Weise gegen Atommüll neben Wohnhäusern und Schulen? Immerhin taucht der Standort Braunschweig im NaPro als wichtiger Teil der Atommüllkonditionierung auf. Da reicht ein Bebauungsplan mit - aus unserer Sicht - faulen Kompromissen kaum, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

 

Studie zu Geburten in Thune veröffentlicht / BISS fordert weitere Untersuchungen

- Pressemitteilung -

Der unabhängige Informationsdienst „Strahlentelex“ veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe (Juni 2015) den Aufsatz „Verschiebung des Geschlechterverhältnisses in der Nähe der Braunschweiger Nuklearfirma Eckert & Ziegler“ von Dr. Thomas Huk. Die Bürgerinitiative Strahlenschutz nimmt dies zum Anlass, erneut eine Prüfung gesundheitlicher Auswirkungen zu fordern.

„In Gegenden, die durch ionisierende Strahlung, also Radioaktivität, belastet sind, findet man den Effekt, dass das Geschlechterverhältnis Neugeborener anders aussieht als in vergleichbaren Gebieten ohne diese Belastung: Es werden weniger Mädchen geboren, als man im Verhältnis zur Anzahl der Jungengeburten erwarten könnte. Die Wissenschaft diskutiert diesen Umstand kontrovers. Dr. Hagen Scherb und Dr. Kristina Voigt gehen davon aus, dass die Strahlung zum Absterben weiblicher Embryonen führt“, so BISS-Vorsitzender Huk.

Ein derartiger Effekt sei durch die vorliegende Studie für die Braunschweiger Ortsteile Thune und Harxbüttel statistisch abgesichert nachweisbar. Das Gesundheitsamt habe einen unvollständigen Datensatz geliefert, der für Thune ein verschobenes, aber nicht ganz so aussagekräftiges Verhältnis ergäbe. Die genauere Untersuchung der BISS habe hingegen nur Geburten gezählt, bei denen die Mütter schon während der Frühschwangerschaft im Bezirk ansässig gewesen seien. Für Wenden sei diese Art der Untersuchung wegen der hohen Fluktuation nicht möglich gewesen.

Laut Studie geht bereits der UNSCEAR-Report von 1958 davon aus, dass die Verschiebung des sekundären Geschlechterverhältnisses auf letale, durch ionisierende Strahlung induzierte Mutationen hinweist. Ionisierende Strahlung verursacht Krebs. Auch andere schwere Krankheitsbilder wie Diabetes oder Herzkrankheiten werden – so z.B. die internationale Ärzteorganisation IPPNW – durch ionisierende Niedrigstrahlung verursacht.

„Die Betroffenen können nicht nachweisen, wer den Schaden verursacht hat. Wir fordern daher die zuständigen Behörden dringend auf, im Sinne der Daseinsvorsorge das Geschlechterverhältnis als Indiz für einen Anfangsverdacht ernst zu nehmen. Der Norden Braunschweigs braucht ein kleinräumiges Krebsregister und eine Untersuchung weiterer Krankheitsbilder, die potentiell durch Strahlung hervorgerufen werden. Seit vielen Jahren brodeln Gerüchte über eine hohe Krebsrate im Bezirk, aber die Daten des Gesundheitsamtes sind unvollständig und gelten als unauffällig, obwohl gemeint ist, dass sie überhaupt keine belastbare Aussage hergeben.“

Ziel einer solchen Untersuchung müsse es sein, den Anfangsverdacht gefährlicher Auswirkungen entweder sicher auszuräumen oder öffentlich zu bestätigen: „Wir benötigen Klarheit durch unabhängige, für jeden Interessierten einsehbare Zahlen und Fakten. Es hat keinen Sinn, auf mangelnder Datenbasis ein möglicherweise trügerisches Gefühl von Sicherheit aufrecht zu erhalten.“

Die Studie findet man unter www.strahlentelex.de oder auf www.biss-braunschweig.de verlinkt.

BISS e.V.

 

Mit Rad und Tat gegen radioaktive Gefährdungen, Atommüll unter uns - Sehen und verstehen -

Die BISS besucht Atom-Standorte mit einer Rad-Rundfahrt durch das Braunschweiger Stadtgebiet

Start ist Sonntag der 28.6. um 11 Uhr vor den Schloss-Arkaden.
Durch das Stadtgebiet zu historischen Überbleibseln radioaktiver Braunschweiger Vergangenheit und Gegenwart.
Wir beginnen bei der Gesellschaft für Endlagerforschung und
arbeiten uns langsam über das alte Buchler-Gelände
an der Frankfurter Straße zum Millenium-Berg vor.
Vorbei an Briefkastenfirmen in Ölper und Forschungseinrichtungen (PTB) bis
hin zu den Firmen Eckert & Ziegler und GE Healthcare in BS-Thune, die mit radioaktiven Abfällen aus dem Atomkraftwerkerückbau und hochradioaktiven Stoffen in der Medizin hantieren.
An jeder Station werden kurze Hintergrundinformationen vorgetragen.
BISS e.V.
Fragen bitte per Email an info@biss-braunschweig.de

Stadtplan anschauen

Treffpunkt: 11:00 Uhr vor den Schloß Arkaden, Bohlweg, 38100 Braunschweig
Strecke etwa 30 km, Dauer etwa 3,5 Stunden, Keine Steigungen.
 

Aufruf zur Teilnahme am Leserforum "Brennpunkt Thune" am Dienstag, 30.06.

Atommüll-Drehscheibe Braunschweig verhindern!

Die Bürgerinitiative Strahlenschutz ruft zur Teilnahme am Leserforum der Braunschweiger Zeitung auf:

Leserforum "Brennpunkt Thune" am Dienstag, 30.06. 19:00 Uhr

BZV-Medienhaus (Neubau der Braunschweiger Zeitung neben dem Mediamarkt)
Hintern Brüdern 23, 38100 Braunschweig
(öffentlich, freier Eintritt, >200 Plätze)

Die Braunschweiger Zeitung veranstaltet ein Leserforum zum "Brennpunkt Thune", an dem

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne),
Dr. Gunnar Mann, Vorstand von Eckert & Ziegler,
Dr. Thomas Huk, Bürgerinitiative Strahlenschutz,
Braunschweigs Stadtbaurat Heinz Georg Leuer,
Bezirksbürgermeister Hartmut Kroll

teilnehmen. Die Zeitung lädt öffentlich dazu ein.

Für die BISS ist diese Veranstaltung von enormer Bedeutung. Die BISS ruft zur Teilnahme und zur Unterstützung auf. Wenn es gelänge, eine Stimmung von Seiten des Publikums ähnlich der in Salzgitter-Fredenberg zum Thema KONRAD zu erreichen, wäre das ein starkes Signal. Die politisch Verantwortlichen auf Landes- und Stadtebene kämen unter stärkeren Druck als bisher.

Die BISS übt massive Kritik an der Lage des Firmenstandorts von Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune und an den hohen Strahlungsgenehmigungen. Es geht dort um Arbeiten wie Zersägen, Schreddern und Veraschen von Atommüll. So etwas in einem Wohngebiet neben Schulen und Kitas zuzulassen, ist unverantwortlich.

Die Auseinandersetzung um den Standort und den geplanten Hallenneubau von Eckert & Ziegler kommt in die "heiße Phase". Die Firma errichtet bereits eine Umzäunung des Baugeländes. Die Stadt wird mit dem neuen Bebauungsplan wohl möglich schon im Juli die Grundlage für den Bau liefern wollen. Eine gültige Baugenehmigung wurde aber noch nicht erteilt.

Den Ausbau der Firmen in Braunschweig stoppen!

Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig e.V.
www.BISS-Braunschweig.de

 

Plump und nicht Vertrauen schaffend

- Pressemitteilung -

Sie bauen wieder! Eckert & Ziegler errichtet nach einer kurzen Unterbrechung einen nach dem altem Bebauungsplan genehmigungsfreien Zaun, den sie aber gemäß des neuen Bebauungsplans zumindest im südlichen Bereich ihres neuen Geländes gar nicht mehr bauen dürften.

südliche Pfosten, die wieder abgebaut werden müssen

südliche Pfosten, die wieder abgebaut werden müssen

Will die Firma jetzt noch schnell Fakten schaffen? Und soll so Vertrauen, Kooperation und ein friedliches Nebeneinander der sowieso schon angespannten Nachbarschaft erreicht werden? Sicherlich nicht. Aus Sicht der BISS handelt es sich um eine eindeutige Machtdemonstration. In Salami-Taktik wird es dann wohl auch weitergehen und wir dürfen gespannt sein, wann die ersten Atommüll-Container auf der eingezäunten Fläche abgestellt werden.

Die Stadt Braunschweig und die Bürger vor Ort werden auf die Probe gestellt. Eckert & Ziegler schafft fortlaufend Fakten gegen geltendes Recht. Das schafft kein Vertrauen, sondern beweist, wie Eckert & Ziegler sich über die Interessen der Stadt Braunschweig und die der Bürger vor Ort hinweg setzt.

Wir fordern die Stadt Braunschweig auf, sich von Eckert & Ziegler nicht an der Nase herum führen zu lassen und unsere Interessen – die von uns Braunschweiger Bürgern - selbstbewusst zu vertreten.

BISS e.V.

 

Derselbe Zaun, nur tiefer: Eckert & Ziegler lässt die Muskeln spielen

- Kommentar -

So schnell kann es gehen: Noch heute Morgen freuten wir uns darüber, dass der offensichtlich illegal errichtete Zaun abgebaut wurde, nun, gegen Mittag, werden dieselben Zaunpfähle wieder eingesetzt, augenscheinlich einfach einige Zentimeter tiefer im Boden verankert. Vermutlich bleibt der neue Zaun unmittelbar unterhalb der höchsten genehmigungsfreien Höhe, oder die Stadtverwaltung hat mal eben schnell und gegen den erklärten Willen vieler Anwohnerinnen und Anwohner doch eine Genehmigung für einen höheren Zaun erteilt. Das wird sich herausstellen.

Schon der Bau des alten Zauns war jedoch mit Makeln behaftet, die eigentlich die Bauverwaltung hätte erkennen müssen, die letztlich aber durch die Bevölkerung gemeldet wurden:

  • Zaunhöhe über 2 m, damit genehmigungspflichtig
  • Zaunbau um das gesamte Gelände, obwohl der neue Bebauungsplan nicht überall Bauland vorsieht (dieser Umstand bleibt offensichtlich auch beim gerade zu errichtenden Zaun bestehen)
  • Feuerwehrzufahrt offensichtlich durch Container vollgestellt (auch daran hat sich nichts geändert).

Der Bau eines neuen Zauns war zu erwarten. Allerdings ist fraglich, warum das alles direkt vor dem Leserforum geschieht und wer oder was durch den Zaun vor wem geschützt werden soll - weder für MitarbeiterInnen noch AnwohnerInnen ändert sich dadurch die Strahlenbelastung.

Die Tatsache, dass trotz Prüfankündigung erneut AnwohnerInnen zuerst belegten, dass nicht alles in Ordnung war, ist kein Ruhmesblatt für die Bauverwaltung. Wichtiger erscheint jedoch die Frage: Wenn man Eckert & Ziegler selbst bei einer so harmlosen Tätigkeit wie der Errichtung eines Zauns auf die Finger sehen muss, damit die Firma sich an Regeln hält, wie steht es dann mit den „großen“ Angelegenheiten? Was ist mit der Abluft, die täglich vom Gelände abgeht? Wie sieht es aus mit der Zuverlässigkeit der Auswertung der Videoüberwachung, um beispielsweise sicherzustellen, dass kein(e) Demonstrant(in) oder andere Personen sich länger als 2000 h am Gelände aufhalten? Erneut stellt sich die Frage nach der Vollständigkeit der Überwachung. Die BISS hat aufgrund des Neutronengutachtens Vorschläge für zusätzliche Messpunkte gemacht, an denen tatsächlich sehr hohe Werte zu erwarten sind, aber dort wird bislang nichts überprüft.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Die Stadtverwaltung, namentlich die Bauverwaltung, nimmt die Thuner Problematik offensichtlich noch immer nicht ernst genug und lässt sich von der Firma vorführen, während Eckert & Ziegler ihren Machtkampf mit der Stadt schmunzelnd weiterführt – hat sie doch die Sicherheit des Nationalen Entsorgungsprogramms, das keine Rücksicht darauf nimmt, dass der Standort neben Wohnhäusern und Schulen liegt.

Eine Schande.

 

Eckert & Ziegler baut den "falschen" Zaun wieder ab

- Pressemitteilung -

Industriezaun von Eckert & Ziegler wieder abgebaut. Baustelle bleibt ungesichert zurück.

Heute morgen haben die Bauarbeiter den gestern begonnenen Industriezaun wieder zurückgebaut.

Falsche Zaunpfähle wieder draußen

Falsche Zaunpfähle wieder draußen

Mit einer Höhe von über 2m war der von Eckert & Ziegler gewünschte Industriezaun doch genehmigungspflichtig. Zurück bleiben ca. 120 Bohrlöcher, die bislang nicht abgesichert sind und so eine Gefährdung darstellen.

Bohrlöcher ungesichert

Bohrlöcher ungesichert

Jetzt muss die Stadt prüfen, ob der Zaun genehmigungsfähig ist oder ob die Firma einen kleineren Zaun aufbaut.

Was zeigt uns das? Eckert & Ziegler kümmert sich nicht um Vorschriften? Oder die linke Hand weiß nicht was die rechte Hand tut?

Die BISS musste erst durch Sitzblockaden einen Bauwagen, einen Bagger und einen Betonmischer behindern bis die Beteiligten sich an geltendes Recht halten.

Gleiches gilt für andere Regeln, die diesen Standort betreffen.

Näheres folgt am 30.6. auf dem Leserforum, wenn die BISS die Diskussion mit Eckert & Ziegler, der Stadtverwaltung und dem Landesumweltminister Herrn Wenzel fortführt.

BISS e.V.

Standorte zur Verarbeitung von radioaktiven Materialien im industriellen Maßstab wie in Braunschweig liegen in der Verantwortung von Land und Bund.
Darum sind die zuständigen Ministerien für die Auswahl geeigneter Standorte verantwortlich. Der Standort Braunschweig ist definitiv ungeeignet.