Anti-Atom-Treck 2018: ASSE leerräumen – KONRAD aufgeben

Im Frühjahr dieses Jahres gab der Betreiber von Schacht KONRAD – die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) – bekannt, dass sich die Inbetriebnahme des geplanten Endlagers für schwach- und mittelradioaktiven Atommülls zum wiederholten Male verschieben würde: Von 2022 auf 2027. Es dauert länger, es wird teurer, die Diskrepanz zwischen Plan und Realität wird  immer größer und bei alldem geraten Sicherheitsaspekte immer weiter in den Hintergrund. Zusätzlich wird das Projekt augenfällig immer sinnloser: fehlende Rückholbarkeit, ungeklärte Transportfragen und für große Mengen schwach- und mittelradioaktiven Mülls wird ein weiteres Lager notwendig werden.
Gleichzeitig kommt die Rückholung des Atommülls aus der ASSE nicht voran obwohl die Zeit angesichts des drohenden Absaufens des Bergwerks davonläuft. Das zentrale Bauwerk für die Rückholung ist der neu zu errichtende Schacht 5. Dessen Fertigstellung ist erst für 2028 geplant und muss dringend beschleunigt werden. Aus dem Desaster mit der ASSE hat die Bundesregierung  Konsequenzen für den zukünftigen langfristigen Umgang mit dem Atommüll gezogen: Für ein Endlager darf kein vorhandenes Bergwerk genutzt und der Atommüll muss für einen langen Zeitraum rückholbar gelagert werden. Dies muss auch für Schacht KONRAD gelten!

Wir stellen fest
  • Die Rückholung des Atommülls aus der ASSE muss beschleunigt werden.
  • Das Projekt KONRAD entspricht nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik.
  • Ein Endlager KONRAD gefährdet über 25.000 Arbeitsplätze, die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe und etwa 1 Million Menschen im Ballungsraum Braunschweig
Wir fordern
  • Für Schacht KONRAD müssen endlich die notwendigen Konsequenzen aus dem Asse-Desaster gezogen werden.
  • Das Projekt KONRAD muss aufgegeben werden.
  • Die vorhandenen Ressourcen müssen auf die schnellstmögliche und sichere Rückholung des Atommülls aus der ASSE konzentriert werden.

Darum macht! Steigt im Treck ein wo ihr wollt. Zeigt eure Meinung auf dem Fahrrad, per Auto, Motorrad oder Trecker....

https://www.anti-atom-treck.de/

Feuerwehr am Gelände: Offenbar Fehlalarm

Die 5 Feuerwehrwagen, die heute Morgen zwischen ca. halb acht und acht am Gelände der Nuklearfirmen neben Wohnhäusern standen, sowie evtl. die drei weiteren Fahrzeuge, die sich in der Umgebung von Möma befanden, waren laut Feuerwehr aufgrund eines Brandmelderalarms ausgerückt.

Gegen acht Uhr haben wir am Gelände nachgesehen: Es waren keine auffälligen Messwerte festzustellen, und die Feuerwehrfahrzeuge befanden sich ebenfalls nicht mehr dort. Also offenbar Entwarnung.

Natürlich wäre eine offizielle Bestätigung eines Fehlalarms beruhigender: Es ist nicht auszuschließen, dass ein kleineres Ereignis tatsächlich stattgefunden hat. Wir wissen aus Erfahrung, dass die Bevölkerung nicht einmal beim Freiwerden von 21 Megabecquerel benachrichtigt wird, selbst wenn die Freisetzung zur Rush Hour der Schulkinder stattfindet wie beim Störfall vom November 2017.

Die telefonische Versicherung eines Feuerwehrbeamten gegenüber einem BISS-Mitglied, die Bevölkerung würde auf jeden Fall informiert, wenn bei Betrieben, die unter die Störfallverordnung fallen, etwas geschähe, klingt also nicht sehr glaubwürdig - nicht nur, weil die Nuklearfirmen gar nicht als Störfallbetriebe eingestuft sind.

3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Hallo Zusammen,

Der 3. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt von Bonn (Start: 09.09.2018), dem Ort der letzten Welt-Klimakonferenz, nach Katowice (Kattowitz) in Polen, wo ab 3. Dezember die Spielregeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt werden. Die Veranstalter, ein ökumenisches Bündnis aus Kirchen und kirchlichen Organisationen, fordern unter anderem, die Ziele des Pariser Vertrages entschiedener zu verfolgen, damit es gelingt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Menschen verschiedener Konfessionen verbinden ihre Freude am Pilgern mit dem Einsatz für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz. Weiterlesen

Pressemitteilung: "Störfallanalyse" demaskiert / Ministerium übernahm haltlose Annahmen

PRESSEMITTEILUNG

Eckert & Ziegler: „Störfallanalyse“ demaskiert
- Ministerium übernahm haltlose Annahmen -

Das Politikmagazin „Panorama 3“ veröffentlichte am 18.09. brisante Details aus der seit Jahren geheim gehaltenen Störfallanalyse der Atomfirmen in Braunschweig. Diese dient eigentlich dazu, dem Atomstandort in Braunschweig ausreichende Sicherheit zu bescheinigen; jetzt aber ist sicher: Selbst der nach Behördeneinschätzung harmlose Störfall im November 2017 übertraf die vergleichbare Annahme in der Störfallanalyse zu GE Healthcare und Eckert & Ziegler um ein Vielfaches.

Dieser Umstand lässt am Fazit der Analyse zweifeln: Wenn nicht einmal ein Störfall, der tatsächlich eingetreten ist, von der Risikoeinschätzung abgedeckt ist, wie soll man dann glauben, dass bei einem größeren Störfall nicht einmal das nächste Wohnhaus evakuiert werden müsste?

Im Gegenteil, so BISS-Sprecher Thomas Huk, müsse man nun die Einschätzung des BISS-Stresstests zur Kenntnis nehmen. Dieser zeigt anhand offizieller Berechnungsvorschriften, dass bereits die Freisetzung von einem Tausendstel des genehmigten radioaktiven Inventars zu so hohen radioaktiven Belastungen führen kann, dass eine Evakuierung noch in 19 Kilometern Entfernung notwendig wird.

BISS-Sprecher Peter Meyer ergänzt: „Wir sehen die Verantwortlichen in der Pflicht, eine neue, diesmal fundierte und öffentlich einsehbare Störfallanalyse und zusätzlich einen Stresstest in Auftrag zu geben, um einen Überblick über alle Risiken zu erhalten. Der BISS-Stresstest ist dabei unbedingt zu berücksichtigen; er wurde gutachterlich bestätigt und bietet eine gute Grundlage.“

Meyer fügt hinzu: Mit dem geprüften BISS-Stresstest wird deutlich, dass aufgrund der enorm hohen Strahlengenehmigung eine aktuelle Gefährdungslage in Braunschweig besteht, auf die das Landesumweltministerium mit einem Stopp des Betriebes reagieren muss. Und zwar solange bis die Strahlengenehmigung vollständig überprüft wurde. Diese Prüfung läuft nämlich seit 5 Jahren und ist immer noch nicht abgeschlossen worden. Diesen Umstand werden wir nicht weiter akzeptieren. Die BISS und der Rechtshilfefonds Strahlenschutz Braunschweig bereiten sich auf eine Klage vor.

BISS e.V.

BISS-Demo: Stresstest gutachterlich bestätigt

- Pressemitteilung -

Die BISS hat heute abend mit einer Demo vor den Toren von Eckert & Ziegler auf ihren Stresstest hingewiesen.

Im Gegensatz zu der Störfallanalyse von Eckert & Ziegler, kommt der BISS-Stresstest auf einen notwendigen Evakuierungsradius von 20 km.

Das bedeutet, dass eigentlich niemand im Braunschweiger Land wohnen darf.

Der BISS-Stresstest basiert auf  den offiziellen Vorgaben des Gremiums des Bundesumweltministeriums und berücksichtigt die extrem hohe Genehmigung  von Eckert & Ziegler. Der BISS-Stresstest wurde inzwischen durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt.

Der BISS-Stresstest wird nun den verantwortlichen Politikern der Stadt Braunschweig und im Niedersächsischen Landtag übergeben.

Um auf das unhaltbare Gefährdungspotenzial des Standorts hinzuweisen, das der BISS-Stresstest offenbart, hatte die BISS kurzfristig zu einer Demo aufgerufen, der trotz der Kurzfristigkeit und des schlechten Wetters heute weit über 100 Teilnehmer*innen gefolgt sind:

Mit Fahnen, Trillerpfeifen, Rasseln, Bannern, Plakaten sowie einer Rauchfahne, die die Gefahr durch eine radioaktive Wolke symbolisierte, haben die Teilnehmer auf das unhaltbare Gefährdungspotenzial des Standorts hingewiesen.
Ein mehrere Quadratmeter großes Plakat vor der Atomfirma Eckert & Ziegler weist seit heute auf das Motto hin: "Nix verpennen, BISS-Stresstest kennen".

Politik und Verwaltung werden das im BISS-Stresstest aufgezeigte Risiko in allen weiteren Entscheidungen zur Kenntnis nehmen müssen.

BISS e.V.

Demonstration der BISS am kommenden Donnerstag 6.9. um 18:30

Ort: Gieselweg vor dem Firmengelände von Eckert & Ziegler in 38110 Braunschweig

Der Stresstest der BISS ist von einer Fachgutachterin als korrekt bestätigt worden. Wenn Radioaktivität durch einen Unfall freigesetzt wird, droht die Evakuierung in einer Entfernung von bis zu 20 km. Das ist in einer Großstadt wie Braunschweig nicht machbar. Die Verantwortlichen bei der Stadt Braunschweig und das Niedersächsische Umweltministerium werden den Stresstest bei allen Genehmigungen berücksichtigen müssen. Zu einer Erweiterung des Nuklearstandortes darf es nicht kommen!
Darum sollen die Verantwortlichen mit einer spontanen kurzen Demo aufgefordert werden, sich ernsthaft mit den Gefahren auseinanderzusetzen. Daher das Motto: „Nix verpennen! BISS-Stresstest kennen“

Der Widerstand gegen den ungeeigneten Firmenstandort geht in die entscheidende Phase—kommt zahlreich!

„Kommst Du mit zur Demo?“ - „Nein, ich hab in den nächsten 74 Tagen keinen Urlaub.“

So oder so ähnlich könnte sich zukünftig die Vorbereitung von Demonstrationen gestalten, denn das geplante neue Niedersächsische Polizeigesetz (NPOG) schränkt Bürgerrechte ein und macht jeden - auch im Vorfeld von Kundgebungen - zu Verdächtigen. Hinzu kommt die Aufhebung der Trennung von geheimdienstlicher und polizeilicher Tätigkeit, die aus geschichtlichen Erfahrungen heraus erwachsen ist und die wir für unerlässlich halten.

Wir als BISS sehen unsere demokratischen Rechte und unsere tägliche gemeinnützige Arbeit gefährdet, weil das NPOG die Möglichkeiten, unbehelligt zu demonstrieren, massiv einschränkt; und zwar auch dann, wenn sich niemand etwas zuschulden hat kommen lassen. Es reicht die Vermutung, dass jemand etwas tun könnte, um ihn bis zu 74 Tagen einzusperren.

Natürlich ist die BISS grundsätzlich für ein hohes Maß an Sicherheit. Schließlich setzen wir uns seit vielen Jahren für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen im Umfeld der Braunschweiger Nuklearfirmen ein. Und die Polizei hat uns bei diversen Demonstrationen freundlich und neutral begleitet. Aber die Umkehr der Unschuldsvermutung, die Aushöhlung demokratischer Grundsätze und die Einschränkung der Wahrnehmung demokratischer Rechte durch abschreckende Paragraphen können wir nicht dulden.

Wir möchten, dass diese Einschränkung fundamentaler Bürgerrechte nicht festgeschrieben wird. Der Weg in einen Präventions- oder gar Polizeistaat darf nicht eingeschlagen werden. Deshalb unterstützen wir den Aufruf zur Demonstration:

8. September,
13:00 Uhr,
Ernst-August-Platz, Hannover.

Kommt das neue Polizeigesetz, wird es deutlich schwieriger, unsere Arbeit für mehr Sicherheit der Braunschweiger BürgerInnen im Umfeld der Atomfirmen weiterzuführen.

Die BGE lädt ein: „Betrifft: Asse – Konditionierung radioaktiver Abfälle“

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung lädt ein.

Die radioaktiven Abfälle in der Asse sollen aus der Schachtanlage zurückgeholt werden. In Vorbereitung der Rückholung muss auch die Konditionierung der Abfälle geplant und vorbereitet werden. Die Behandlung und Verpackung der Abfälle wird in der Region kontrovers diskutiert: Eine Konditionierung der Abfälle in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage Asse II wird teilweise abgelehnt. Als Grundlage weiterer Diskussionen des Themas soll sich die Veranstaltung folgenden Fragen widmen:

  • Was bedeutet Konditionierung radioaktiver Abfälle?
  • Wie funktioniert die Konditionierung radioaktiver Abfälle?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es?

Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Gabriele Bandt, Projektleitung Produktkontrolle radioaktiver Abfälle bei der TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG.

Zur Diskussion des Themas laden wir Sie herzlich in unsere Infostelle Asse ein:

Wann: Mittwoch, 29. August 2018, 18:00 Uhr

Wo: Am Walde 1, 38319 Remlingen

https://www.bge.de/de/meldungen/2018/8/asse-infoveranstaltung-betrifft-asse-am-29-august-2018/

Anti-Atom-Treck Organisationstreffen

Banner Antiatomtreck 2018Der Anti-Atom-Treck wird am 20. Oktober von Salzgitter nach Peine zur BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH) führen.

Unter dem Motto "ASSE leerräumen - Konrad aufgeben" werden viele Gruppen und Initiativen im Weltatomerbe Braunschweiger Land an diesem Treck teilnehmen und gegen den Atommüll in der ASSE und das geplante Endlager Schacht Konrad demonstrieren.

Jeder ist eingeladen sich zu beteiligen. Viele tun es schon.

Das nächste Treffen findet am 03.09. um 18 Uhr im Umweltzentrum Braunschweig statt.

Heute abend am Braunschweiger "Hiroshima-Ufer"

Zum Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagaskai

Einladung

73 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf gedenken auch wir der Opfer der ersten und hoffentlich letzten nuklearen Massenvernichtungsaktion der Geschichte, durch die im August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstet wurden.

Freitag, den 10.August 2018 ab 20 Uhr gibt es einen Infostand an der Okerbrücke Jasperallee.
Wir gehen um 21 Uhr mit unseren Lichtern von der Brücke zum Hiroshima-Ufer an der Oker.
Hier setzen wir 100 Kerzen auf Schwimmkörpern auf die Oker, symbolisch für die zahllosen Opfer und die Überlebenden, deren Nachkommen noch heute unter Strahlenkrankheiten leiden.

Es gibt Lesungen und Musik, während die Kerzen auf dem Wasser leuchten.

Hubert Schipmann
Friedenszentrum Braunschweig e.V.

Ort: Okerbrücke Jasperallee, Jasperallee 32, 38102 Braunschweig

Kreativtermin am 4. August als Vorbereitung auf den Anti-Atom-Treck am 20. Oktober

Liebe FreundInnen, MitstreiterInnen und Aktive,

die Vorbereitungen für unseren Anti-Atom-Treck sind angelaufen. Am Samstag, 20. Oktober 2018 wollen wir mit einem bunten und lautstarken Treck vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter-Lebenstedt zur neu gegründeten Bundesgesellschaft für Endlagerung GmbH (BGE) in Peine ziehen - unter dem Motto ASSE leerräumen – KONRAD aufgeben!  Unseren Protest aus der Region „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ wollen wir nun deutlich sichtbar und kreativ gestalten.

Am Samstag, 04.08.2018 wollen wir den Treck bei unserem Kreativ-Termin fantasievoll vorbereiten, mit aussagestarken Transparenten, Fässern, Fahrzeugen und und und … SEI DABEI! Mit Deiner Kreativität, Deiner Zeit, Deiner Energie und Geschick, für Fässer, die anzumalen sind, mit Ideen für unsere Treck-Fahrzeuge. Protest ist nicht nur eine ernste Sache, sondern macht auch Spaß – die Vorbereitung dafür auch.

Mach‘ mit, mal‘ mit, schaff‘ mit!

Wann? Am Samstag, den 4. August von 11 bis 17 Uhr

Wo?  Salzgitter Bleckenstedt, Hof von Ludwig Wasmus / Bleckenstedter Straße 37.

Vorbereitung: Alte Klamotten, die auch Farbkleckse vertragen und Handschuhe

Versorgung und kulinarische Stärkung:  Für kalte und warme Getränke ist gesorgt.
Einige Aktive haben schon leckere Sachen für ein kreativ-stärkendes Büfett zugesagt; das Büfett kann gerne noch bereichert werden.

Infos bei Bedarf im Konrad-Haus info@ag-schacht-konrad.de
Homepage http://www.anti-atom-treck.de/

Herzliche Grüße
Steffi für den
Trägerkreis Anti-Atom-Treck 2018

Mehr Mitarbeiten: Unsere Vorbereitungstreffen für den Anti-Atom-Treck finden ansonsten 14-tägig im Umweltzentrum Braunschweig (Hagenbrücke 1/2, Eingang Reichsstraße) statt. Das nächste Treffen ist am Montag, den 23. Juli um 18 Uhr. Wir freuen uns auf Unterstützung durch aktive und kreative Menschen.

Radioaktives Jod in Braunschweiger Wohngebiet: Erneute Freisetzung bei Zwischenfall unvermeidbar

- Pressemitteilung -

Reaktion der BISS auf die Antwort der Landesregierung zu den Fragen von Bündnis90/Die Grünen zum Störfall bei GE HealthCare Buchler am 22. November 2017

EDIT 10.07.2018: Zum selben Thema gibt es auch eine Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen.

Radioaktives Jod in Braunschweiger Wohngebiet: Erneute Freisetzung bei Zwischenfall unvermeidbar

Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (Drs. 18/1215) lässt Fragen offen. Zwei Dinge werden hingegen deutlich: Erstens hätte der Störfall durch die Verwendung eines vorhandenen speziellen Transporttabletts verhindert werden können; dies sei jedoch unterblieben. Zweitens wäre bei einem erneuten Störfall mit radioaktivem Material, einschließlich der Möglichkeit eines auslegungsüberschreitenden Störfalls, eine weitere Freisetzung zwangsläufig.

Hintergrund: Im vergangenen November war es am Braunschweiger Atomstandort zu einem Störfall gekommen, bei dem Radioaktivität in das angrenzende Wohngebiet freigesetzt wurde. In der Produktionsabteilung war ein Atommüllbehälter, der mit hochradioaktivem Jod-131 gefüllt war, beschädigt worden.

Peter Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS): „Die Landesregierung spricht davon, dass eine vollständige Rückhaltung der Radioaktivität bei Störfällen unmöglich ist. Die Auskunft klingt, als habe man nicht vor, an erkennbar mangelnden technischen Rückhaltevorrichtungen etwas zu ändern. Wieso verfügt ein Raum, in dem offenbar planmäßig mit radioaktivem Jod umgegangen wird, nur über einen Schwebstoff-Filter? Der ist für Jod-Dämpfe wenig zweckmäßig. Es ist laut Auskunft der Landesregierung auch nicht beabsichtigt, die radioaktive Abluft in den Laboren einzuschließen.“

Dass das Spezialtablett für den Transport nicht verwendet wurde, obwohl dies eine bestehende Sicherheitsvorschrift ist, erweckt kein Vertrauen. Zwar hat man nach diesem Störfall für den aktuell betroffenen Prozess unter anderem die bestehenden Vorschriften sicherheitstechnisch angepasst, aber menschliches Versagen ist nach wie vor nicht ausgeschlossen, und der Weg für freigesetztes radioaktives Jod-131 durch die Abluftanlage nach außen bleibt bestehen. Meyer dazu: „Die Antwort der Landesregierung lautet also eigentlich: ‘Die genehmigten Betriebsprozesse waren fehlerhaft und wurden verbessert. Wir können aber derzeit nicht verhindern, dass nochmal Jod zu Lasten der Bevölkerung freigesetzt wird – und wir sorgen auch nicht dafür, dass sich das ändert.’“

Die Frage, ob die von den Nuklearfirmen eingereichte Störfallanalyse einen vergleichbaren Störfall berücksichtigt habe, wird lapidar damit beantwortet, dass „Ereignisse mit deutlich höherer Freisetzung“ berücksichtigt worden seien. Die Bürgerinitiative hat dafür kein Verständnis. BISS-Sprecher Meyer: „Die Antwort lässt vermuten, dass dieser simple und die Bevölkerung direkt betreffende Störfall 'Versagen eines Abfallbehälters mit direkter Abgabe der radioaktiven Abluft über die Schornsteine' gar nicht berücksichtigt wurde. Das stellt die ganze Störfallanalyse der Firmen infrage!“

Die Störfallanalyse für die gemeinsam von Eckert & Ziegler und GE HealthCare Buchler genutzten Labore liegt dem Umweltministerium seit 2012 vor. In diesem Zeitraum ist es den Atomfirmen nicht gelungen, den TÜV davon zu überzeugen, dass diese Untersuchung auf zutreffenden Annahmen beruht und ausreichende Sicherheit garantieren kann. Obwohl dieser Störfall fehlerhafte Betriebsprozesse nachweist, dürfen die Nuklearfirmen weiterarbeiten. Die Bürgerinitiative hat deshalb auf Basis offizieller Berechnungsverfahren einen eigenen Stresstest erstellt und prüfen lassen. Der BISS-Stresstest ist öffentlich einsehbar und zu dem Schluss gelangt, dass bei der Freisetzung von nur einem Tausendstel des genehmigten Inventars eine Evakuierung in bis zu 20 km Entfernung vom Nukleargelände erforderlich ist.

Die BISS zweifelt daran, dass die bislang geheim gehaltene Störfallanalyse der Nuklearfirmen angemessen ist. Die BISS fordert die Offenlegung der bislang geheim gehaltenen Störfallanalyse und zwingend zugleich die ernsthafte Einbeziehung des BISS-Stresstests durch das zuständige Landesumweltministerium.

Peter Meyer: „Der Störfall hat einmal mehr bewiesen: Firmen, die mit radioaktiven Stoffen hantieren, gehören nicht in ein Wohngebiet. Egal, wie viele Vorschriften es gibt: Menschliches Versagen ist nie ausgeschlossen. Gefährdet werden dadurch nicht nur die Mitarbeiter, die diese Arbeit freiwillig verrichten, sondern auch die eigentlich unbeteiligten Menschen im Umfeld. Und durch die Lage des Atomstandorts gefährdet ein Störfall immer auch die rund 1000 Kinder und Jugendlichen im benachbarten Schulzentrum. Da hat eine solche Anlage nichts zu suchen!“

www.biss-braunschweig.de
info@biss-braunschweig.de
https://www.facebook.com/BISSBraunschweig
https://www.youtube.com/user/BISSbraunschweig

Anmeldeschluss 15.7. Sommerakademie: "Atomares Erbe - Herausforderungen für die nächste Generation"

7.-11. August 2018, Karlsruhe
Welches atomare Erbe hinterlassen wir künftigen Generationen? Dieser
Frage soll eine interdisziplinäre Gruppe junger WissenschaftlerInnen und
Studierender bei der Sommerakademie nachgehen.
Ausgewiesene ExpertInnen geben eine Einführung in die Probleme bei
Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle und zeigen berufliche
Perspektiven auf. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erarbeiten sie die
folgenden Themen.

Themen:
- Die Geschichte des atomaren Zeitalters
- Gesundheitliche Auswirkungen von Radioaktivität
- Was ist eigentlich Atommüll? Eine Bestandsaufnahme
- Technische Aspekte der Zwischen- und Endlagerung
- Ökonomische Aspekte des Atommüllproblems

Was gibt es noch?
- Exkursion zur Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe (KTE)

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Salzgitter macht es Braunschweig vor und entscheidet sich gegen eine weitere Prüfung des Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes

Oberbürgermeister Ulrich Markurth hängt weiter am Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet, aber der Rat der Stadt Salzgitter hat jetzt einen Schlussstrichgezogen.

2018-06-27_Pressemitteilung_Interkommunales-Industrie-Gewerbegebiet

Salzgitter hat sich gegen eine weitere Prüfung des Ackerlandes zwischen Salzgitter und Braunschweig (Stiddien/Timmerlah/Geitelde) als Wunschgebiet für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet entschieden.

Damit können viele in der Umgebung aufatmen.

Hohe Transportaufkommen und Luftverschmutzung für ganz Braunschweig, Atommüllumschlagplatz für die Region Braunschweiger Land ... all das ist jetzt erstmal vom Tisch. Aber wie lange?

Integriertes Stadtentwicklungskonzept desintegriert Atomthema

Am vergangenen Mittwoch fand im Zelt vor dem Braunschweiger Rathaus die Vorstellung der Ergebnisse von „Denk Deine Stadt“ statt. So lautet der öffentlichkeitswirksame Titel für den Prozess der Entwicklung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, das BürgerInnen die Möglichkeit gab, ihre Vorstellungen einzubringen. Die letztlich übriggebliebenen Ideen berücksichtigen diese Themen aber zumeist nur am Rande - wenn überhaupt.

Das ist alles, was bezüglich des Nuklearstandortes von zahlreichen Einwendungen aus der Bürgerschaft übrigblieb.

Die für die Zukunft Braunschweigs entscheidende Frage des Umgangs mit den Atomfirmen neben Schulen und Wohnhäusern fällt in der Hochglanzbroschüre zur Präsentation sogar vollständig hintenüber. Zwar landete auf einem Stellwandplakat der Satz „Konflikte zwischen Wohnen und Gewerbe lösen!“, aber es fehlt das entscheidende Wort: nuklear-, atom-, radioaktiv, davon liest man nichts. Darüber kann auch das Ausrufezeichen hinter der Forderung nicht hinwegtäuschen.

Wir fragen uns also weiterhin: Wie kann eine Stadt behaupten, im Sinne ihrer Bürger zu handeln, wenn in ihrem Entwicklungskonzept nicht einmal erwähnt wird, dass es deutlich risikoloser wäre, den Atommüll aus der unmittelbaren Umgebung von Schulen und Wohnhäusern zu entfernen? Die Entwicklung ist damit vorgezeichnet: Hin zu einer Erweiterung der bereits jetzt vorhandenen Atommülldrehscheibe und zu einer Erweiterung der Medizinsparte, die mit sehr hohen Strahlungswerten aufwartet.

Bund, Land und Stadt Braunschweig ignorieren die vom Standort ausgehenden Gefahren offensichtlich weiterhin, offenbar bewusst und langfristig planend.

 

 

Demo in Lingen am Samstag, 9.6.2018

Atomrisiko jetzt beenden!  AKW abschalten!  Uranfabriken schließen!  Uran-Exporte stoppen!

Mit dem Zug von Braunschweig zur Demo und zurück:

Treffpunkt:
8:00 Uhr am Fahrkartenschalter im Braunschweiger Hauptbahnhof
(Erkennungszeichen: Atomkraft - NEIN DANKE-Fahne)
Gruppenbildung (bis je 5 Personen) für Fahrt auf Niedersachsen-Ticket Weiterlesen

BISS-Radtour: Auf den Spuren der radioaktiven Ausbreitungswolke

radioaktive Ausbreitungswolke

Auf unserer diesjährigen BISS-Radtour zu besonderen Orten der radioaktiven Geschichte im Weltkulturerbe Braunschweiger Land besuchten wir ausgezeichnete Orte, die sich bei der Neuberechnung des Stresstests durch die BISS ergeben haben.

Dabei kamen wir bis zur Evakuierungsgrenze in 19km Entfernung, dem Rathaus von Wolfenbüttel. Danach zur 20% Krebskrankenzone in 6,7km Entfernung, am Rathaus Braunschweig und zur 50% Krebskrankenzone in ca.3km Entfernung.

An diesen Orten hinterließen wir den offenen Brief der BISS bei den politisch verantwortlichen Bürgermeister*innen, der die Auswirkungen unter einer radioaktiven Wolke nach einem Störfall bei Eckert & Ziegler beschreibt.

Und so endete eine interessante Radtour bei Sonnenschein und kühlem Eis vor den Toren bei Eckert & Ziegler in Braunschweig Thune.

Danke für's Mitfahren, Mitmachen, freundlich Empfangen und informieren lassen.

BISS e.V.