Anmeldeschluss 15.7. Sommerakademie: "Atomares Erbe - Herausforderungen für die nächste Generation"

7.-11. August 2018, Karlsruhe
Welches atomare Erbe hinterlassen wir künftigen Generationen? Dieser
Frage soll eine interdisziplinäre Gruppe junger WissenschaftlerInnen und
Studierender bei der Sommerakademie nachgehen.
Ausgewiesene ExpertInnen geben eine Einführung in die Probleme bei
Umgang und Lagerung radioaktiver Abfälle und zeigen berufliche
Perspektiven auf. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erarbeiten sie die
folgenden Themen.

Themen:
- Die Geschichte des atomaren Zeitalters
- Gesundheitliche Auswirkungen von Radioaktivität
- Was ist eigentlich Atommüll? Eine Bestandsaufnahme
- Technische Aspekte der Zwischen- und Endlagerung
- Ökonomische Aspekte des Atommüllproblems

Was gibt es noch?
- Exkursion zur Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe (KTE)

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Salzgitter macht es Braunschweig vor und entscheidet sich gegen eine weitere Prüfung des Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes

Oberbürgermeister Ulrich Markurth hängt weiter am Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet, aber der Rat der Stadt Salzgitter hat jetzt einen Schlussstrichgezogen.

2018-06-27_Pressemitteilung_Interkommunales-Industrie-Gewerbegebiet

Salzgitter hat sich gegen eine weitere Prüfung des Ackerlandes zwischen Salzgitter und Braunschweig (Stiddien/Timmerlah/Geitelde) als Wunschgebiet für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet entschieden.

Damit können viele in der Umgebung aufatmen.

Hohe Transportaufkommen und Luftverschmutzung für ganz Braunschweig, Atommüllumschlagplatz für die Region Braunschweiger Land ... all das ist jetzt erstmal vom Tisch. Aber wie lange?

Integriertes Stadtentwicklungskonzept desintegriert Atomthema

Am vergangenen Mittwoch fand im Zelt vor dem Braunschweiger Rathaus die Vorstellung der Ergebnisse von „Denk Deine Stadt“ statt. So lautet der öffentlichkeitswirksame Titel für den Prozess der Entwicklung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, das BürgerInnen die Möglichkeit gab, ihre Vorstellungen einzubringen. Die letztlich übriggebliebenen Ideen berücksichtigen diese Themen aber zumeist nur am Rande - wenn überhaupt.

Das ist alles, was bezüglich des Nuklearstandortes von zahlreichen Einwendungen aus der Bürgerschaft übrigblieb.

Die für die Zukunft Braunschweigs entscheidende Frage des Umgangs mit den Atomfirmen neben Schulen und Wohnhäusern fällt in der Hochglanzbroschüre zur Präsentation sogar vollständig hintenüber. Zwar landete auf einem Stellwandplakat der Satz „Konflikte zwischen Wohnen und Gewerbe lösen!“, aber es fehlt das entscheidende Wort: nuklear-, atom-, radioaktiv, davon liest man nichts. Darüber kann auch das Ausrufezeichen hinter der Forderung nicht hinwegtäuschen.

Wir fragen uns also weiterhin: Wie kann eine Stadt behaupten, im Sinne ihrer Bürger zu handeln, wenn in ihrem Entwicklungskonzept nicht einmal erwähnt wird, dass es deutlich risikoloser wäre, den Atommüll aus der unmittelbaren Umgebung von Schulen und Wohnhäusern zu entfernen? Die Entwicklung ist damit vorgezeichnet: Hin zu einer Erweiterung der bereits jetzt vorhandenen Atommülldrehscheibe und zu einer Erweiterung der Medizinsparte, die mit sehr hohen Strahlungswerten aufwartet.

Bund, Land und Stadt Braunschweig ignorieren die vom Standort ausgehenden Gefahren offensichtlich weiterhin, offenbar bewusst und langfristig planend.

 

 

Demo in Lingen am Samstag, 9.6.2018

Atomrisiko jetzt beenden!  AKW abschalten!  Uranfabriken schließen!  Uran-Exporte stoppen!

Mit dem Zug von Braunschweig zur Demo und zurück:

Treffpunkt:
8:00 Uhr am Fahrkartenschalter im Braunschweiger Hauptbahnhof
(Erkennungszeichen: Atomkraft - NEIN DANKE-Fahne)
Gruppenbildung (bis je 5 Personen) für Fahrt auf Niedersachsen-Ticket Weiterlesen

BISS-Radtour: Auf den Spuren der radioaktiven Ausbreitungswolke

radioaktive Ausbreitungswolke

Auf unserer diesjährigen BISS-Radtour zu besonderen Orten der radioaktiven Geschichte im Weltkulturerbe Braunschweiger Land besuchten wir ausgezeichnete Orte, die sich bei der Neuberechnung des Stresstests durch die BISS ergeben haben.

Dabei kamen wir bis zur Evakuierungsgrenze in 19km Entfernung, dem Rathaus von Wolfenbüttel. Danach zur 20% Krebskrankenzone in 6,7km Entfernung, am Rathaus Braunschweig und zur 50% Krebskrankenzone in ca.3km Entfernung.

An diesen Orten hinterließen wir den offenen Brief der BISS bei den politisch verantwortlichen Bürgermeister*innen, der die Auswirkungen unter einer radioaktiven Wolke nach einem Störfall bei Eckert & Ziegler beschreibt.

Und so endete eine interessante Radtour bei Sonnenschein und kühlem Eis vor den Toren bei Eckert & Ziegler in Braunschweig Thune.

Danke für's Mitfahren, Mitmachen, freundlich Empfangen und informieren lassen.

BISS e.V.

BISS-Tour: Mit Rad und Tat gegen radioaktive Gefährdungen

BISS-Radtour zu den Orten mit Relevanz nach einem radioaktiven Störfall bei Eckert & Ziegler

Am 27.5. startet die BISS auf ihrer diesjährigen Radtour zu den Orten mit Relevanz (siehe Stresstest) nach einem radioaktiven Störfall bei Eckert & Ziegler und/oder GE Healthcare Buchler. An den Haltepunkten gibt es Informationen zu den Auswirkungen und der Ausbreitung der radioaktiven Wolke nach einem Störfall und dazu, wie jeder Einzelne an seinem Wohnort betroffen wäre.

Ihr könnt die App "Critical Maps" nutzen (im APP Store oder Google Play), um uns zu finden oder auch beliebig zwischendurch einsteigen zu können. Im Chat sage ich nochmal genau, wo wir starten.

Wer längere Touren nicht scheut, startet schon um 10 Uhr an der Brücke zwischen der VW-Halle und dem Steigenberger Hotel in Braunschweig. Von dort fahren wir nach Wolfenbüttel auf den Rathausplatz.

Um 11:15 Uhr starten wir vom Rathaus Wolfenbüttel zum Rathaus Braunschweig, wo weitere Teilnehmer hinzustoßen können.

Um 12:30 Uhr fahren wir vom Rathaus Braunschweig über den Osten Braunschweigs weiter zu Eckert & Ziegler nach Thune (Gieselweg 1, 38110 BS), wo wir anhand der Braunschweiger Stadtkarte und Wohnort-Punkten Informationen zum BISS-Stresstest erläutern und weitere Fragen beantworten werden.

Den Abschluss bildet gegen 14 Uhr ein gemütliches Beisammensein im Biergarten am Kanal in Thune und/oder die selbstständige Rückfahrt.

Ein Ausstieg ist unterwegs jederzeit möglich. Da wir im Stadtgebiet Braunschweig unterwegs sind, kann auch die Tram (Linie 1 oder 2) zur Rückfahrt genutzt werden.

Feuerwehr auf dem Thuner Gelände

Am heutigen 18.05.2018 wurde offenbar der sogenannte stille Alarm auf dem Gelände der Atomfirmen bzw. der Firma Buchler ausgelöst. Am späten Vormittag fuhren mehrere Mannschaftswagen sowie ein Löschzug aufs Gelände; zuvor war ein Kran vom Gelände gefahren worden, der dann während des Einsatzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite parkte.

Die Feuerwehr Braunschweig äußerte sich auf Anfrage von Bürgerseite nicht dazu, bei welcher Firma sich der Vorfall ereignete; sie gab jedoch bekannt, dass keine Radioaktivität freigesetzt worden sei. Weiterhin wies der befragte Beamte darauf hin, dass weitere Einzelheiten gegebenenfalls von der Pressestelle der Feuerwehr an die Zeitung(en) weitergegeben würden.

Kommentar: Für Anwohner ist die Auskunft, man dürfe nichts Genaueres mitteilen, bezüglich des Nukleargeländes völlig unbefriedigend. Es klingt im Grunde wie: „Bleib mal ruhig, da war vielleicht mehr, aber ich darf nichts dazu sagen - das erfährst Du ggf. früh genug aus der Zeitung...“ Wie beim Störfall im November!?

Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum geplanten Gewerbe- und Industriegebiet Braunschweig-Salzgitter

Kommt das Atommülleingangslager für Schacht Konrad in das neue Gewerbegebiet? Oder wird dort Atommüll "NUR" umgeladen?
Die Oberbürgermeister der Städte Braunschweig und Salzgitter, Ulrich Markurth und Frank Klingebiel, wollen am Montag den 7. Mai die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum geplanten Gewerbe- und Industriegebiet Braunschweig-Salzgitter vorstellen.

Montag, 7. Mai, um 18.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) im Großen Saal der Stadthalle Braunschweig am Leonhardplatz.

Es sollen Bürgerfragen während der Veranstaltung erlaubt sein.

1. Mai: BISS informiert mit Stresstest und Betroffenheitskarte

1. Mai Stresstest-Betroffenheit

Wie auch in den letzten 5 Jahren hat die BISS am Internationalen Fest im Bürgerpark teilgenommen und die interessierten Besucher informiert. Dieses Mal konnten die Besucher sich über ihre Betroffenheit an ihrem Wohnort im Falle eines Störfalls bei Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune informieren.

Aufgrund des nach den Regeln der Entsorgungskommission (ESK) des Bundesumweltministeriums von 2013 von der BISS neu erstellten Stresstests konnte jeder für sich selbst nachvollziehen, wie er von einer radioaktiven Wolke betroffen wäre.

In bis zu 19 km Entfernung müssten die Anwohner sofort evakuiert werden, in bis zu 7 km Entfernung bestände ein 10% Krebsrisiko und in 2 km Entfernung eine 50% Wahrscheinlichkeit für einen Krebstot.

Dazu konnte jeder sich auch vor Ort unseren YouTube Film zum Stresstest anschauen. Was er bedeutet und wie er zu verstehen ist. Wer sich den Film in Ruhe anschauen möchte kann dies hier oder hier tun.

Bis zum nächsten Mal.

BISS e.V.

Die BISS ist beim 1. Mai dabei

Auch dieses Jahr wieder wird die BISS auf der Demonstration des DGB zum 1. Mai mitlaufen und Flagge zeigen. Natürlich ist auch unser Infostand dabei, um über die Problematik der Atomfirmen neben Wohnhäusern und Schulen zu informieren.

Im Anschluss findet im Bürgerpark das Internationale Fest statt. Viele Gruppen stellen sich vor und sorgen für einen tollen 1. Mai.

Für Essen und Trinken ist gesorgt. Aber auch für Musikgruppen auf der Bühne am Steigenberger Hotel sowie für Kinderattraktionen.

Alles findet um den See herum im Bürgerpark an der Nimes Strasse zwischen VW-Halle und Steigerberger Hotel statt.

Start ist 10:30 Uhr auf dem Burgplatz. Anschließend zieht die Demonstration zum Bürgerpark. Von 12:30 Uhr bis gegen 17:30 Uhr wird das Internationale Fest dauern.

Kommt vorbei. Und informiert euch bei uns über den Stresstest zu Eckert & Ziegler und die aktuelle Situation zwischen Umweltministerium, Stadt Braunschweig und Eckert & Ziegler.

BISS e.V.

BI-Morsleben für Gemeinsam-Preis der BZ vorschlagen

Die BISS unterstützt die BI-Morsleben und arbeitet mit ihr in der Regionalkonferenz Braunschweiger Land gemeinsam gegen den unverantwortlichen Umgang mit Atommüll.

Bitte unterstützt auch ihr den Aufruf der BI-Morsleben.

Liebe Mitglieder und Freunde der BI Morsleben,

die BI Morsleben wurde zum Gemeinsam-Preis der Braunschweiger Zeitung vorgeschlagen. In der BZ wurde unser Anliegen und unsere Arbeit vorgestellt:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/region/article213909581/Die-Mahner-wollen-dran-bleiben.html

Das Abstimmungsverfahren wird voraussichtlich am Freitag oder am Samstag in der Zeitung erläutert und läuft dann nur einige Tage. Es wird vermutlich wieder drei Wege geben:

Hier geht es zur Online-Abstimmung:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/region/article214045515/Gemeinsam-Preis-2018-Stimmen-Sie-hier-fuer-Ihren-Favoriten-ab.html

Bitte beteiligen Sie sich und votieren für die BI Morsleben –
jede Publizität hilft uns!
Und leiten Sie diese Information gerne auch an interessierte Organisationen und Personen weiter.
Vielen Dank!

Freundliche Grüße
Andreas Fox, Hans-Joachim Doil, Volker Möll

BI Morsleben
Initiative gegen das Atommüllendlager Morsleben e.V.
Vorstand: Andreas Fox, Hans-Joachim Doil, Volker Möll
Rostocker Straße 5
38350 Helmstedt
E-Mail info@bi-morsleben.de
Homepage www.bi-morsleben.de

Vorträge und Diskussionen zur Braunschweiger Nuklearlandschaft

Die BISS veranstaltete am 11. April im Haus der Kulturen einen Vortragsabend mit Diskussionen zu den möglichen radioaktiven Auswirkungen durch die Braunschweiger Nuklearbetriebe.

Dazu gehörte nicht nur die Erläuterung des Stresstests, den die BISS nach den Regeln der ESK neu erstellt hat, sondern auch die aktuellen Beurteilungen radioaktiver Auswirkungen durch die Ärzte der IPPNW.

Mit Dr.Winfried Eisenberg sprach ein kompetenter Arzt und Vertreter der IPPNW über die verschiedenen Auswirkungen radioaktiver Strahlung auf Kinder. Auch setzte er den Evakuierungsrichtwert von 100mSv (innerhalb einer Woche) in einen verständlichen Rahmen. Denn erst bei 100mSv (normal sind 1mSv pro Jahr erlaubt) wird bei einem Störfall evakuiert, aber da haben die Bürger*innen im Braunschweiger Land bereits genug radioaktive Luft eingeatmet, um die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung enorm zu erhöhen (etwa 5000 Menschen von 250000 Einwohnern Braunschweigs).

Die Diskussionsrunde wurde an diesem Abend sehr gut angenommen und konnte vielfältige Aspekte beleuchten. Zum Beispiel,

  • Wie wichtig ist radioaktive Medizin, das bei ihrer Herstellung ein so großes Risiko wie in Braunschweig eingegangen werden darf?
  • warum wird die Bevölkerung bei Störfällen nicht von der Stadt Braunschweig informiert?
  • wie groß ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, wenn man nicht evakuiert werden kann?
  • warum hilft es bei einer radioaktiven Wolke, die Fenster zu schließen?
  • welche anderen Krankheiten werden auch noch durch radioaktive Strahlung hervorgerufen?
  • Was sind die Auswirkungen von Röntgenuntersuchungen?
  • Helfen Jod-Tabletten bei einem Störfall?

Wir freuen uns, dass wir an diesem Abend etwa 65 Zuhörer und viele neue Mitglieder unseres Newsletters begrüßen konnten und möchten uns für die Spenden zum Rechtshilfefonds Strahlenschutz bedanken, der die fünf Anwohner der Nuklearbetriebe bei ihrer möglichen Klage gegen die Strahlengenehmigung unterstützen wird.

Sollten noch Fragen offen sein, dann kontaktieren Sie uns bitte unter

info@biss-braunschweig.de

BISS e.V.

BISS-Infoveranstaltung: Radioaktive Wolke über Braunschweig - Wie bin ich betroffen?

Informationsveranstaltung der BISS
Mittwoch, 11. April 2018, 19 Uhr
Haus der Kulturen, Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Eintritt frei!

BISS Info-Abend am 11. April 2018

Ein Szenario, das sich kaum jemand vorstellen kann und mag.
Aber ist es unrealistisch?

Sollte Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune radioaktive Stoffe im genehmigten Umfang vorhalten und es käme durch einen Unfall, einen Störfall oder gar durch einen terroristischen Anschlag zu einer Freisetzung von radioaktivem Material in die Umgebung, also ins Stadtgebiet von Braunschweig, dann müsste mit Evakuierungsmaßnahmen gerechnet werden. Niemand würde für die Beseitigung der radioaktiven Stoffe, die über das Stadtgebiet in Gärten und Häuser verteilt wären, aufkommen.

Die Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig e.V. (BISS) lädt zu
einer Veranstaltung ein, um über folgende Punkte zu informieren:

  • Welche Mengen an radioaktiven Materialien dürfen die Atomfirmen am
    Standort Braunschweig-Thune lagern?
  • Welche Szenarien könnten zu einer hohen Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung führen?
  • Welche Folgen wären dann absehbar für die Braunschweigerinnen und Braunschweiger?
  • Welche Freisetzungen von radioaktiven Stoffen erfolgen im täglichen Betrieb?
  • Warum sind Kinder in höherem Maße von radioaktiven Belastungen betroffen?

Über das Thema: „Die besondere Strahlensensibilität der Kinder“
referiert Dr. Winfrid Eisenberg, ehemaliger Leiter der Kinderklinik
in Herford.

Kinder sind viel strahlensensibler als Erwachsene. Der Hauptgrund
dafür ist die hohe Zellteilungsfrequenz des wachsenden Organismus.
Zellen in der Teilungsphase (Mitose) sind durch ionisierende
Strahlen erheblich stärker gefährdet als ruhende Zellen. In der
Nahumgebung der Firma Eckert & Ziegler wohnen Familien mit kleinen
Kindern, es gibt dort Schulen und Kindergärten. Aufenthalt von
Kindern in der Nähe der Nuklearfirma ist nicht verantwortbar
(Leukämie-Risiko).

Dr. med. Winfrid Eisenberg, Kinderarzt

 

Was war in der Bürgersprechstunde vom 4. Dezember 2017 in Thune passiert?

Die BISS forderte auf, mit Stadtbaurat Leuer zum Störfall bei GE Healthcare Buchler und seinen Auswirkungen auf die Umgebung zu diskutieren.

Viele Bürger*innen und Eltern aus Wenden/Thune/Harxbüttel folgten unserer Aufforderung und fragten nach

  • möglichen Vorsorgemaßnahmen
  • oder Störfallreaktionen bzw. Katastrophenschutzplänen
  • oder besonderen Hinweisen für die nahen Schulen und Kindergärten
  • oder wie die Feuerwehr eventuell anders agieren könnte

Es wurde zum Beispiel gefragt, warum bei dem Störfall bei GE Healthcare Buchler am 22. November 2017 erst die radioaktive Luft aus den Produktionsräumen für die Radiopharmaka in die Umgebung abgelassen wurde, bevor die Unbedenklichkeit der Abluft gemessen wurde. Tatsächlich wurde laut Aussage des Landesumweltministeriums der Tagesgrenzwert um 40 % überschritten. Und erst 3 Tage später wurde durch Umgebungsmessungen und theoretische Berechnungen die Ungefährlichkeit des Störfalls bestätigt.

Auf Nachfragen der anwesenden Eltern musste Stadtbaurat Leuer zugeben, dass es keinen Plan gibt, wie die Schulen und Kindergärten bei radioaktiven Wolken aus Richtung der Nuklearfirmen reagieren sollen. Obwohl jeder die Aufrufe der Feuerwehr von Großbränden kennt, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wird dieses Vorgehen nicht als Schutzmaßnahme, sondern für Panikmache gehalten.

Für einen Vergleich bezüglich des Störfalls bei GE Healthcare Buchler mit radioaktivem Jod131 zitieren wir das Bundesamt für Strahlenschutz zur Belastung der Bundesrepublik nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl:

"Einige Bundesländer legten wesentlich strengere Maßstäbe an, beispielsweise mit der Empfehlung, Frischmilch mit Konzentrationen an Jod-131 oberhalb 20 Becquerel pro Liter nicht zu verzehren.

Wegen seiner kurzen Halbwertszeit von etwa 8 Tagen war Jod-131 bereits nach wenigen Wochen weitgehend zerfallen. Die gesamte Belastung durch radioaktives Jod rührte von einer Menge von weniger als 1 Gramm her, die sich über der damaligen Bundesrepublik Deutschland abgelagert hatte."

Anmerkung der BISS, beim Störfall bei GE Healthcare Buchler wurden 40ml (bzw. ca. 40 Gramm) Flüssigkeit freigesetzt, in der sich auch radioaktives Jod131 befand. Nachrechnungen der BISS zeigen, dass es bei dem Braunschweiger Störfall glücklicherweise weniger als die nach Tschernobyl freigesetzten 1 Gramm radioaktives Jod waren. Dies zeigt aber auch, dass geringe Mengen nicht automatisch harmlos sein müssen

Die BISS fand es sehr bemerkenswert das die Bürger*innen aus Wenden/Thune/Harxbüttel sich engagiert zu diesem Thema geäußert und nachgefragt haben. Wir finden es gut, wenn sich Bürger*innen zu den sie interessierenden Themen informieren. Aber leider reichten auch die eineinhalb Stunden dieses Abends nicht aus, um wenigstens dieses eine Thema abschließend zu behandeln.

BISS e.V.

Kazuhiko Kobayashi: Zum 7. Fukushima-Jahrestag

Liebe Freundinnen und Freunde,

genauso wie jene grauenvollen Tage des Atombombenabwurfs über Hiroshima und Nagasaki mit unzähligen zivilen Opfern heute bei den meisten japanischen Bürgern längst in die Ferne der Vergessenheit gerückt sind, verschwindet ebenso der 11. März 2011 aus dem Bewußtsein von allermeisten Japanern. So bleiben nur noch leidende Opfer, insbesondere, geflohene Mütter und Kinder schutzlos dem ungerechten Schicksal ausgeliefert.

Nach Schätzung will die Regierung ca. 2000Milliarden Yen (d.h. ca. 16Millarden Euro) für die Olympiade 2020 in Tokyo ausgeben, wobei ca. 450Millarden Yen (d.h. ca. 3,45Millarden Euro) als Einnahmen durch die Veranstaltung zu erwarten sind. Mit anderen Worten, 1550Milliarden Yen (= ca. 11,92Milliarden Euro), d.h. mehr als Dreiviertel der gesamten gigantischen Veranstalungskosten werden aus den japanischen Steuern bezahlt. damit einige Industrien daran Geld verdienen.

Aber die Regierung will für die aus Fukushima geflohenen Mütter und Kinder kein Geld ausgeben. Sie holt sie sogar mit allen gemeinen psychischen und physischen Druckmitteln und Tricks wieder in Fukushima zurück. So sind von den aus Fukushima gefohenen 17,895 Kindern mehr als Hälfte, nämlich 9,271 Kinder wieder in Fukushima zurückgeholt worden, so bleiben nur noch 8,624 Kinder im Fluchtort außerhalb von Fukushima, deren Mütter trotz aller Schwierigkeiten weiterhin unbedingt ihre Kinder vor der atomaren Strahlungsgefahr schützen wollen. Dabei werden sie sogar immer mehr von den ahnungslosen Mitbürgern kalt belächelt, als ob sie die Schuldigen und Dummen wären!! So läuft alles in allem wie geplant und gewollt von der Regierung!!!

Wir, die freiwilligen, unterstützenden Mitbürger werden leider weniger, sind aber noch da und fühlen uns jetzt umso stärker mit den leidenden Opfern solidarisch gebunden.

Unsere Wut wird stärker und intensiver.

Unser Verlangen nach der Gerechtigkeit wird größer und heftiger.

Tokyo, am 08. März 2018

Kazuhiko Kobayashi

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An meinem Lebensabend habe ich nur noch einen Wunsch:
Aus meiner innersten Seele heraus zu sprechen und nach meinem Gewissen
zu handeln für die hilflosen, unschuldigen Kinder und für unsere einmalig kostbare,
schöne und unersetzbare Erde, die nun weltweit immer mehr verseucht wird und
schweigend um Hilfe ruft.
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