Umweltministerium macht Fehler! Offener Brief an Umweltminister Lies

Stresstest-Ausbreitungwolke

Am 26.10.2018 haben wir Umweltminister Olaf Lies den gutachterlich geprüften BISS-Stresstest übergeben.

Dieser Stresstest zeigt: Bereits die Freisetzung eines Tausendstels des genehmigten Inventars am Braunschweiger Atomstandort von Eckert & Ziegler kann noch in 20 km Entfernung dramatische Konsequenzen haben.

Nun hat das Umweltministerium geantwortet - mit  falschen oder zumindest grob irreführenden Aussagen, wie wir in unserem Offenen Brief an Umweltminister Lies klar aufzeigen.

Wir fordern den Umweltminister Olaf Lies auf: "Nehmen Sie die im BISS-Stresstest gezeigten Gefahren ernst! Sie folgen aus den offiziellen Berechnungen der Entsorgungskommission, dem Fachexpertengremium des Bundesumweltministeriums."

- offener Brief vom 26.10.2018 zur Stresstestübergabe
- offener Brief vom 15.03.2019

Fridays for Future in Braunschweig

Tausende waren heute auf der Straße, darunter viele Schüler*innen mit dem inzwischen gut bekannten Slogan: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!".
Auch wir fordern von der Politik: Wacht endlich auf und handelt!
Tut etwas

  • gegen den Klimawandel,
  • gegen den rasanten Biotop- und Artenschwund,
  • gegen den Plastikmüll
  • und auch gegen den Betrieb von Atomfirmen neben Schulen (aka Eckert & Ziegler in Braunschweig).

 

 

Offener Brief an Ministerpräsident Weil

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die wiederholten Tiefflüge großer Verkehrsmaschinen über die Nuklearfirmen Eckert & Ziegler sowie GE Healthcare Buchler zeigen eindrücklich, dass die Lage des Atomstandortes in der Nachbarschaft zu Bürger*innen und Kindern auch wegen seiner Nähe zum Braunschweiger Flughafen untragbar ist. Detallierte Informationen finden Sie in dem Offenen Brief (siehe Anhang). Wir fordern Sie auf, im Sinne der Sicherheit der Bürger*innen aktiv zu werden.

Damoklesschwert Tiefflüge

Die Atomfirma Eckert & Ziegler befindet sich nicht nur neben Wohnhäusern und Schulen, sondern auch noch in der Nähe des Braunschweiger Flughafens. Eckert & Ziegler darf unheimlich viel Radioaktivität auf dem Gelände haben. Wenn ein Tausendstel dieser genehmigten Radioaktivität freigesetzt würde, so hätte das dramatische Konsequenzen für ganz Braunschweig und die umliegenden Städte und Dörfer. Trotz dieses enormen Risikos fliegen auch große Maschinen in geringer Höhe direkt über die Atomfirma Eckert & Ziegler. Im Video ist ein wiederholter Tiefflug einer Boeing 737 dokumentiert.

Der „anormale Betriebszustand“ - Umweltminister Lies im Schulterschluss mit Braunschweiger Atomfirmen

Fehlerhafte Annahmen, falsche Argumente und irrwitzige Schlussfolgerungen. Umweltminister Olaf Lies weigert sich mit dem Hinweis auf „anormalen Betriebszustand“, die fehlerhaften Grundannahmen in der Störfallanalyse der Atomfirmen zu überprüfen. 

Eine (Real-)Satire und ihr Hintergrund.

2012 haben die beiden Braunschweiger Atomfirmen Eckert & Ziegler und GE Healthcare Buchler jeweils eine Störfallanalyse in Auftrag gegeben. Im Rahmen der Recherche von „Panorama 3“ konnte auch die BISS e.V. einen Einblick in diese bislang immer noch geheim gehaltenen Dokumente werfen. Hier wurde deutlich: Beide Störfallanalysen sind in weiten Teilen identisch - sogar wortgleich.

„Panorama 3“ berichtete darüber hinaus in einem TV-Beitrag ausführlich darüber, dass die Störfallanalyse von GE Healthcare falsche Annahmen trifft.

In der Störfallanalyse wurden mehrere Unfallszenarien betrachtet. Das Szenario, in dem die wenigsten Annahmen getroffen werden mussten und durch das somit prinzipiell die Auswirkungen am genauesten vorhergesagt werden können, war der „Präparateabsturz“, weil der Umfang des betroffenen radioaktiven Inventars exakt angegeben werden kann. Bei allen anderen Unfallszenarien mussten zahlreiche Zusatzannahmen getroffen werden, sodass hier die Unsicherheit wesentlich größer ist hinsichtlich der Frage, was im Fall eines Falles tatsächlich an Radioaktivität betroffen wäre und freigesetzt würde.

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Braunschweig: Mehr Atommüllfässer als am Zwischenlager Leese

(Zu Ihrer Information: Beim Starten der Youtube-Videos werden von Youtube Cookies gesetzt und Informationen übertragen.)

Das Niedersächsische Umweltministerium (NMU) hat der BISS Dokumente zugeschickt, die belegen, dass Eckert & Ziegler am Braunschweiger Standort neben Schulen und Wohnhäusern erheblich mehr radioaktive Abfall-Fässer lagern kann als im Zwischenlager Leese.

Dennoch dementiert das NMU, dass es sich beim Braunschweiger Nuklearstandort um ein Zwischenlager handelt. An der Zeit, die die Fässer am jeweiligen Standort verweilen, kann das nicht liegen - in Braunschweig lagern Abfälle teilweise über viele Jahre in den Containern.

Wir fragen also weiterhin: Wieso behauptet das NMU in öffentlichen Sitzungen, dass es sich beim deutlich größeren Müll-Standort in Braunschweig nicht um ein Zwischenlager handelt?

Die Begründung des NMU, dass in Braunschweig keine Kernbrennstoffe gelagert würden und es sich deshalb nicht um ein Zwischenlager handle, überzeugt uns nicht, denn das ist unseres Wissens im Zwischenlager Leese auch nicht der Fall.

Wir verstehen nicht, wieso hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Weshalb bezeichnet das NMU den Standort Eckert & Zieglers in Leese als Zwischenlager, während es diese Wortwahl in Braunschweig als unzutreffend verwirft?

Hat man Angst davor, dass der Widerstand der Bevölkerung zunimmt, wenn das Label "Zwischenlager" auf den Fässern klebt?

Dieses Video zeigt, was am Braunschweiger Atommüllstandort möglich ist, und setzt es ins Verhältnis zum Zwischenlager in Leese.

Demonstration der BISS am kommenden Donnerstag 6.9. um 18:30

Ort: Gieselweg vor dem Firmengelände von Eckert & Ziegler in 38110 Braunschweig

Der Stresstest der BISS ist von einer Fachgutachterin als korrekt bestätigt worden. Wenn Radioaktivität durch einen Unfall freigesetzt wird, droht die Evakuierung in einer Entfernung von bis zu 20 km. Das ist in einer Großstadt wie Braunschweig nicht machbar. Die Verantwortlichen bei der Stadt Braunschweig und das Niedersächsische Umweltministerium werden den Stresstest bei allen Genehmigungen berücksichtigen müssen. Zu einer Erweiterung des Nuklearstandortes darf es nicht kommen!
Darum sollen die Verantwortlichen mit einer spontanen kurzen Demo aufgefordert werden, sich ernsthaft mit den Gefahren auseinanderzusetzen. Daher das Motto: „Nix verpennen! BISS-Stresstest kennen“

Der Widerstand gegen den ungeeigneten Firmenstandort geht in die entscheidende Phase—kommt zahlreich!

Falsche Behauptungen in Leserbriefen der Braunschweiger Zeitung

Zu Weihnachten darf man sich ja etwas wünschen: Wir wünschen uns mehr Sachlichkeit. Auslöser für diesen Wunsch sind die am 6.12. abgedruckten Leserbriefe zum Zwischenfall auf dem Nukleargelände in Thune, bei dem radioaktives Jod freigesetzt wurde.
Ein Leser schreibt, dass ohne radioaktive Bestrahlung "eine Zellteilung, Wachstum oder das Gesunden kranken Gewebes" nicht möglich wäre. Wir wissen nicht, woher der Leser diese "Weisheiten" hat - aus Fachbüchern stammen sie sicher nicht. Einhellige Fachmeinung ist, dass es keinen Schwellenwert gibt, unterhalb dessen Radioaktivität harmlos ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) schreibt hierzu: "Für das strahlenbedingte Leukämie- und Krebsrisiko gibt es keine Schwellendosis. [...] Mit zunehmender Dosis erhöht sich das Erkrankungsrisiko.“ 
Auch die Aussage des zweiten Leserbrief-Schreibers ist falsch: Die Firmen waren nicht vor der Wohnbebauung dort. Falsche Aussagen werden nicht dadurch besser, dass man sie wiederholt.
Noch eine letzte Anmerkung zur Versachlichung: Die Angabe, dass 40 Milliliter verschüttet wurden, hilft nicht wirklich weiter, um die Gefahr einzuschätzen. Das BfS schreibt zum Beispiel, dass die Tschernobyl-Katastrophe in Deutschland zu einer teilweise hohen Belastung von Jod-131 in Kuhmilch und Blattgemüse führte. "Die gesamte Belastung durch radioaktives Jod rührte von einer Menge von weniger als 1 Gramm her, die sich über der damaligen Bundesrepublik Deutschland abgelagert hatte."

Eckert & Ziegler klagte erneut

Diesmal ging es um die Strahlenbelastung am Zaun des Thuner Industriegebietes. In einem Interview hatte ich gesagt, dass ein intensiveres Messen ein Schritt in die richtige Richtung sei, dass dadurch aber nicht das Problem der hohen Strahlenwerte geringer werde. Hier hatte ich von „Grenzwertüberschreitungen“ gesprochen, da hier in den offiziellen Berichten in fast jedem Jahr im Vergleich zu deutschen AKWs und auch dem Zwischenlager in Gorleben deutlich höhere Messwerte angegeben werden. Nur durch eine Sonderregelung (der sogenannten „2000-Stunden-Regelung“, die in Gorleben und an deutschen AKWs ganz offensichtlich nicht angewendet zu werden braucht), können hier in Thune die Grenzwerte offiziell eingehalten werden: In einem Kalenderjahr werden am Thuner Zaun Werte toleriert, die im Vergleich zum Zaun des Zwischenlagers in Gorleben 14,6 mal so hoch sind. Eckert & Ziegler spricht daher bei meiner Aussage („Grenzwertüberschreitungen“) von einer „Falschaussage“. In der Pressemitteilung Eckert & Zieglers heißt es daher: „Behörden und Betreiber haben im Zusammenhang mit den nuklearmedizinischen Betrieben in Braunschweig Thune immer nachgewiesen, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden.“ Wie gesagt, die Thuner Sonderregelung macht es möglich. Hier ein Vergleich der Direktstrahlung mit deutschen AKWs und Zwischenlagern (die Daten entstammen offiziellen Quellen).

Wir bemängeln seit Monaten, dass es sich bei dieser Sonderregelung um einen moralischen Fehler (aufgrund der Nähe zu den Schulen, Kindergärten und Wohnungen) als auch fachlichen Fehler handelt. Frau Dr. Lange vom niedersächsischen Umweltministerium hat übrigens genau an dem Tag des Interviews (in dem ich von Grenzwertüberschreitungen sprach) eine Überprüfung der Sonderregelung in Aussicht gestellt.

Dr. Thomas Huk
BISS e.V.
Bürgerinitiative Strahlenschutz

„Eckert & Ziegler“ hat den TV-Beitrag in der Sendung "Markt" des NDR rechtlich beanstandet.

Das ist korrekt. Eine Nachfrage unsererseits ergab aber, dass es dabei jedoch keineswegs um die Kernaussagen des Berichts ging. Die vom NDR abgegebene Unterlassung betraf lediglich Lappalien: Es ging darum, dass von den zahlreichen gefilmten Transportern, die der Beitrag als Eckert & Ziegler‐Fahrzeuge kennzeichnete, zwei nicht für Eckert & Ziegler unterwegs waren. Der zweite Kritikpunkt betraf die Einblendung der Karte, welche die Nähe zu den Schulen und Wohnhäusern verdeutlichte. Hier kritisierte Eckert & Ziegler, dass aus der Karte nicht erkennbar wurde, dass Eckert & Ziegler nicht die einzige Firma ist, die mit radioaktiven Stoffen hantiert. Die Kernaussagen des Berichts über die Risiken der Transporte durch unsere Straßen bleiben aber bestehen, da für diese Transporter die gleichen Grenzwerte gelten wie für Castor-Transporter! Wie Messungen von uns zeigen konnten, ist die Strahlenbelastung bei den Transportern, die durch Wenden/Thune fahren „höher als die eines Castor-Transports aus Rheinsberg und ein Drittel so hoch wie die eines Castor-Transports nach Gorleben. (Originalzitat aus dem NDR-Beitrag)“ 

Atomtransporte durch Wenden und Thune

Die weißen Transportwagen mit dem Radioaktiv-Zeichen sind Ihnen vielleicht auch schon aufgefallen. Sie gehören in Wenden/Thune schon fast zum täglichen Erscheinungsbild, da sie die radioaktiven Stoffe zu und von dem Thuner Firmenkomplex transportieren. Wie wahrscheinlich die meisten anderen Bürger auch sind wir bisher davon ausgegangen, dass die radioaktiven Stoffe stark abgeschirmt sind und radioaktive Strahlung somit (fast) nicht nach außen tritt. Dem ist jedoch leider nicht so: Eine Messung von uns zeigte nun, dass bei einem weißen EZN-Transporter in einem Abstand von ca. zwei Metern eine stark erhöhte radioaktive Strahlung von 17,35 µSv/h festgestellt wurde. Zum Vergleich: Diese Strahlenbelastung ist vergleichbar mit der eines Castor-Behälters im Abstand von 6-7 Metern! Das entspricht dem 216-fachen der in Thune natürlich vorkommenden Strahlung.

Radioaktives Mo-99 in Thune: die BZ recherchiert

Unsere Pressemitteilung zeigt Wirkung! Die Braunschweiger Zeitung zeigte sich beeindruckt von der Recherche-Arbeit der BISS und fragt nun beim Gewerbeaufsichtsamt und der Firma GE Healthcare Buchler GmbH nach.

Es wäre spannend, wenn hier neue Informationen herauskommen. Schließlich haben wir die Informationen 24 Tage vor der Veröffentlichung an den Oberbürgermeister, Herrn Dr. Hoffmann, und an den Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig, Herrn Aplowski, geschickt mit der Aufforderung, unsere Befürchtungen zu entkräften und uns auf evtl. Fehler aufmerksam zu machen.

Das Gewerbeaufsichtsamt hat unsere Recherche-Ergebnisse zu den Mo-99-Transporten daraufhin ganz offensichtlich bestätigt. Hier die Antwort des GAA, die wir vor der Veröffentlichung erhalten haben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit einer vorgesehenen Nutzung zur medizinischen Anwendung werden seit einigen Jahren Transporte von Mo-99 und I-131 zu der Fa. GE Healthcare Buchler GmbH durchgeführt.
Bei Mo-99 handelt es sich, um das Mutternuklid von Tc-99m, welches in der Nuklearmedizin Anwendung findet. Da Mo-99 nur eine Halbwertzeit von 66 Stunden besitzt, werden für die medizinische Nutzung vergleichsweise hohe Aktivitäten benötigt. ...

Eine Woche, zwei Fehler: Erweiterung & persönliche Beschimpfungen

In der vergangenen Woche hat die Kommunalpolitik beschlossen, dass auf dem aktuellen Thuner Industriegelände eine neue Lager- und Produktionshalle gebaut werden darf. Einige Politiker haben offensichtlich sowieso kein Problem damit, dass hier in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung und dem Schulzentrum eine Erweiterung der industriellen Betriebe vor sich geht. Andere, wie z.B. die Grünen, teilen unsere Sorgen, stimmten jedoch der Erweiterung ebenfalls zu. Ihre Begründung (hier verkürzt wiedergegeben): Eine Verweigerung würde aus juristischen Gründen die Veränderungssperre und den neuen Bebauungsplan gefährden. Unsere Beratungen mit Fachleuten kommen zu einem anderen Schluss: Einer Erweiterung zuzustimmen war ein Fehler. Die Erweiterung gefährdet den neuen Bebauungsplan und führt zu einem noch höheren Gefahrenpotential für die Anwohner und über 1200 Schülerinnen und Schüler!

Den Unmut, den die Entscheidung der Kommunalpolitiker insbesondere während der Bezirksratssitzung bei den Bürgerinnen und Bürgern hervorrief, teilen wir somit. Allerdings distanzieren wir uns deutlich von den verbalen Entgleisungen. Auch wenn die Stimmung emotional sehr aufgeladen ist und der eine oder andere Kommentar nicht ausbleiben kann, so sind persönliche Beschimpfungen (wie sie insbesondere Grünen-Bezirksratsmitglied Carsten Schröter hören musste) nicht in Ordnung! Wir stehen als BISS e.V. für eine deutliche Sprache, die aber eben auch immer sachlich ist. Wir fordern daher alle besorgten Bürgerinnen und Bürger auf: Machen Sie Ihrem Unmut weiterhin Luft! Aber bleiben Sie dabei fair! Auch wenn Verunglimpfungen durch Sprecher des Thuner Industriekomplexes (z.B. „moderne Taliban“, „Kindersoldaten“, „Laienhysterie“) schon seit längerem die Stimmung anheizen.

Herr Bosse (CDU) erzählt die Unwahrheit

Heute hat Herr Bosse im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Braunschweig behauptet, dass die CDU sich auf der letzten Bezirksratssitzung gegen den Ausnahmeantrag von EZN (den die Firma für die neue Halle gestellt hatte) ausgesprochen hat. Das ist falsch (siehe hier). Hat Herr Bosse absichtlich gelogen oder wusste er wirklich nicht mehr, wie die CDU – und auch er – sich vor wenigen Tagen bezüglich des Ausnahmeantrages verhalten hat?

CDU engagiert sich für Eckert & Ziegler - begeht Frau Mundlos Wortbruch?

Anfang September letzten Jahres – kurz vor der Kommunalwahl – nimmt Frau Mundlos öffentlich Stellung zu Eckert & Ziegler: Sie möchte weder die radioaktiven Abfälle aus der Asse, noch aus den rückgebauten AKWs. Wörtlich: „Also es ist mir vollkommen egal wo irgendetwas herkommt. Ich will, dass wir so bleiben wie wir sind. [...] Ich kann mir keinen Bezirksrat vorstellen, der das [einen Bauantrag] genehmigen wird.“ (Die komplette Rede kann hier eingesehen werden; die Rede von Frau Mundlos: 06:35-10:42).

Auf der letzten Bezirksratssitzung am 01.11.2012 hat die CDU den beiden Ausnahmeanträgen für die Errichtung von Lager-/Bürocontainern zugestimmt. Interessanterweise ist die CDU der Empfehlung der Verwaltung jedoch nicht gefolgt, als es um den Ausnahmeantrag für die Errichtung der neuen EZN-Halle ging. Die Verwaltung hatte hier nämlich empfohlen dem Ausnahmeantrag nicht(!) stattzugeben. Die CDU hat diesen Ausnahmeantrag für den Bau der neuen Halle also nicht abgelehnt. Stattdessen kam der Kommentar von Frau Mundlos, dass die CDU sich hierzu nicht äußern würde.

Damals hat Frau Mundlos sich eindeutig gegen den Assemüll als auch den radioaktiven Müll aus dem Rückbau von AKWs in Wenden/Thune ausgesprochen. Heute nicht mehr? Dieser offensichtliche Meinungswechsel ist umso erstaunlicher, da Herr Eckert in den letzten Monaten mehrfach öffentlich zu verstehen gegeben hat, dass er in den AKW-Rückbau einsteigen will und auch die Konditionierung des Asse-Mülls nicht ausschließt.

Aufbereitung von Kernbrennstoffen bei Eckert & Ziegler?!

Herr Eckert hat es oft wiederholt: Kernbrennstoffe spielen bei Eckert & Ziegler keine Rolle. Seit einigen Wochen wissen wir jedoch, dass hier die Unwahrheit gesagt wurde: In Thune lagerten die letzten 14 Jahre Kernbrennstoffe! Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass für die Eckert & Ziegler Nuclitec die „Aufbereitung von Kernbrennstoffen“ als Hauptbranche genannt wird (hier nachlesen). Hierzu passend ist die Auskunft des niedersächsischen Umweltministeriums gegenüber dem Landtag am 30.04.2010, dass EZN gemäß §9 des Atomgesetzes eine Genehmigung zur Bearbeitung, Verarbeitung und sonstigen Verwendung von Kernbrennstoffen außerhalb genehmigungspflichtiger Anlagen besitzt. Wie geht es also weiter mit Kernbrennstoffen in Braunschweig-Thune?

Auf dem Leserforum der BZ wurde es noch mal deutlich: Eckert & Ziegler will in Braunschweig-Thune in das radioaktive Abfallgeschäft einsteigen. Wirklich überraschend war das nicht. Schließlich hat Herr Eckert dies bereits am 13.02.2012 in einem Schreiben an den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Rat der Stadt Braunschweig unmissverständlich klar gemacht. Dort wird sogar hochgerechnet, wie viele Konrad-Container in BS-Thune verpackt werden sollen. Es steht somit zu befürchten, dass Braunschweig-Thune durch Eckert & Ziegler zu einer Atommüll-Drehscheibe wird.

Plutonium bei Eckert & Ziegler: GRÜNE fordern Sachstandsbericht von OB Hoffmann

Nachfolgend eine interessante Pressemitteilung der Grünen:

Mit einem Offenen Brief an den Oberbürgermeisterwollen die GRÜNEN erreichen, dass der Verwaltungschef bei der Ratssitzung am kommenden Dienstag (8. Mai 2012) über die aktuellen Erkenntnisse in Sachen Eckert & Ziegler berichtet und dazu aus Sicht der Braunschweiger Stadtverwaltung Stellung bezieht. Der GRÜNE Fraktionsvorsitzende Holger Herlitschke erläutert wieso: „Herr Dr. Hoffmann hat die Debatte um die Firma vor anderthalb Jahren selber losgetreten. Er persönlich hat im Januar 2010 eine Veränderungssperre vorgeschlagen, weil er zunächst verhindern wollte, dass in Thune Atommüll aus der Asse bearbeitet wird.“ Innerhalb weniger Monate sei dann jedoch – aus was für Gründen auch immer - eine Kehrtwende eingelegt worden, so dass es im Juni 2010 zunächst zu einer Wiederaufhebung der Veränderungssperre gekommen sei. Die neue Ratsmehrheit habe dann bekanntlich im Dezember 2011 aufgrund der bekundeten Absichten der Firma erneut eine Veränderungssperre beschlossen, da anhand des von Eckert & Ziegler eingereichten Bauantrags mit massiven Erweiterungen (quantitativ und qualitativ) am Standort Thune zu rechnen gewesen wäre. "Die vom Geschäftsführer Dr. Eckert im Jahr 2010 gemachte Zusage, keinen problembehafteten Abfall aufzunehmen oder zu bearbeiten war offenbar wenig wert. Es ist daher an der Zeit, dass Oberbürgermeister Dr. Hoffmann den Rat und die betroffenen Bürgerinnen und Bürger über den derzeitigen Sachstand in Kenntnis setzt und die weiteren Schritte der Verwaltung auf der Grundlage der bestehenden Ratsbeschlüsse erläutert. Das ist eindeutig Chefsache!"

Eckert & Ziegler Thema im Landtag

Die Antwort der Landesregierung zur Großen Anfrage der Grünen ist da! Die Antworten sind alles andere als beruhigend...

Am kommenden Donnerstag (10.05.2012) wird es hierzu eine Beratung im Landtag geben unda kann über diesen Link per Livestream des NDR mitverfolgt werden:

http://www.landtag-niedersachsen.de/landtag_live/

Die Beratung der Großen Anfrage ist für 10.20 Uhr bis 11.15 Uhr angesetzt.

Wir sind gespannt!

Der NDR kommt: Montag (05.03.), Sportheim Wenden

Am 05.03 wird von 18:00-19:00 die Hörfunk-Sendung "Jetzt reicht`s: Streit um die Atommüll-Entsorgung in Braunschweig-Thune aufgezeichnet.
Der Moderator, Herr Otte, wünscht sich eine rege Bürgerbeteiligung. Sie/Ihr seid daher herzlich eingeladen am kommenden Montag an der Radioaufzeichnung mitzuwirken. 
Das Motto der Sendereihe:
"Die Sendereihe Jetzt reicht's! bietet all jenen ein Forum, die Behörden, Institutionen oder Unternehmen ihre Meinung sagen wollen, und zwar ungefiltert, direkt am Ort des Geschehens. Selbstverständlich geht es fair zu: Beide Seiten kommen zu Wort. Argumente sind angesagt, aber auch Emotionen sind erlaubt. Die Reihe wird alle drei Wochen gesendet, immer donnerstags um 20.05 Uhr. Die aufregendsten Ausschnitte sind schon jeweils am Vormittag auf NDR 1 Niedersachsen zu hören."
Der Podcast ist hier auf NDR1 zu hören.