Eule wundert sich…

… darüber, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man ein Gefahrenpotential wie das, das von Eckert und Ziegler ausgeht, nicht in einem Wohngebiet und neben Schulen haben möchte.

Wie kann es sein, dass noch immer manchen Mitbürgern Genehmigungen und Lobbypolitik wichtiger sind als die Menschen (und Tiere)? Ich wünsche mir, dass die Menschen jetzt ihre Stimme laut werden lassen, selbst die Kleinsten, und denjenigen unter den Politikern, die sich von zu großer Wirtschaftsgläubigkeit haben blenden lassen, entgegenhalten: Wir sind der Souverän!

Es gibt mit Sicherheit eine ganze Reihe von Standorten, die deutlich geeigneter sind und NICHT in Wohngebieten liegen. Suchen wir die gemeinsam, und finden wir eine Lösung, wie der notwendige Rückbau der AKWs geschehen kann, ohne dass man auf dem Rücken anderer rücksichtslos seine Geschäfte tätigt.

Wer andere nicht unnötig gefährdet, darf gern auch Geld damit verdienen, dass er etwas tut, das tatsächlich der Allgemeinheit dient. Augenblicklich jedoch wäre ein passenderer Vergleich: Ein Düngemittelhersteller weiß, dass seine Produkte gesundheitsschädlich sind, aber er wirft sie trotzdem in der sogenannten Dritten Welt auf den Markt, denn die Menschen dort sind dringend auf günstigen Dünger angewiesen. Damit fühlt er sich als Teil der Lösung – wie Herr Dr. Eckert -, nicht als Teil des Problems – die Menschen, die durch sein Werk Schaden erleiden, lernt er ja niemals kennen.

Wer sich jetzt zu erinnern glaubt, von derlei Vorkommnissen schon einmal gehört zu haben, wird sich vielleicht wie wir Eulen fragen: Funktioniert etwa so unsere Wirtschaft? Müssten wir nicht zu echter Solidarität und Menschlichkeit zurück? Geld verdienen ist nicht verwerflich. Geld verdienen auf Kosten anderer schon.

Eule dankt allen Politikern und Politikerinnen, die während der Ratssitzung am 13.12.2011 den Mut hatten, ihre Mitmenschlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen und auch Unbequemem ins Gesicht zu sehen. Der Tagesordnungspunkt 42 brachte eine Sternstunde für unsere Stadt Braunschweig.

Enormes Potential auf dem Markt der Atomabfallkonditionierung

In der Ratssitzung am Dienstag machte Peter Rosenbaum (BIBS) einen weiteren interessanten Sachverhalt deutlich: In einer firmen-eigenen Präsentation (Seite 34) wirbt Eckert & Ziegler mit „enormem Potential u.a. auf dem Markt für Abfallkonditionierung“ und bezieht sich dazu auf Angaben des BfS, wonach 58% des zu konditionierenden Abfalls mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (so wie er für Schacht Konrad vorgesehen ist) aus Kernkraftwerken stammen wird. Hierin sieht EZN also tatsächlich das große Geschäft – nicht in den 0,5% aus medizinischen Bereichen, die man uns Braunschweigern gerne weismachen möchte.

Herr Eckert und die Naturgesetze

Abstandsgesetz.
Quelle: Wikipedia, Urheber: Borb.

In einem BZ-Artikel vom 12. Dezember wird Herr Dr. Eckert wie folgt zitiert:

In Luft halbiert sich etwa Gammastrahlung alle drei Meter. Wenn wir den Zaun […] 50 Meter verlegen, reduzieren sich die Werte sofort auf ein Fünfundsechzigtausendstel.

Er behauptet also, die Strahlungsintensität hängt vom Abstand r mit dem Faktor \frac{1}{2^{\frac{r}{3 m}}} ab. Leider liegt er da nicht ganz richtig.

Dafür dass die Strahlungsintensität mit zunehmender Entfernung abnimmt, fallen mir zwei physikalische Gesetzmäßigkeiten ein: Absorption und das sog. Abstandsgesetz. Lediglich die Absorption führt zu einer Halbierung je Länge. Diese Länge, die sog. Halbwertsdicke, beträgt für Gammastrahlen in Luft (bei typischen Annahmen von Energieniveau, Temperatur und Dichte) allerdings nicht 3 Meter sondern rund 100 Meter.

Die Abnahme aufgrund des Abstandsgesetzes ist hingegen durch einen Faktor \frac{1}{r^2} bestimmt, also nicht 2^{xr} sondern r^2 im Nenner obiger Formel. Ein kleiner aber entscheidender Unterschied. Nur ein Versehen?

Für genauere Berechnungen sind mindestens exakte Kenntnisse über Arten und Orte der Strahlungsquellen erforderlich. Aber auch hier spielt Eckert & Ziegler bekanntlich mit verdeckten Karten. Außerdem sollten sich Fachleute mit dem Thema befassen. Ich erreiche mit diesen Überlegungen die Grenzen meiner derzeitigen Fähigkeiten. Herr Eckert offensichtlich ebenfalls.