Braunschweigs radioaktive Gefahr | Neuer Stresstest für Eckert & Ziegler

Die Entsorgungskommission des Bundes (ESK) hat nach der Katastrophe von Fukushima 2011 alle AKWs und Kerntechnischen Anlagen in Deutschland daraufhin untersucht, ob sie sicher sind. Dabei wurde nur für einen Standort eine Nachprüfung verlangt:

  • Eckert & Ziegler in Braunschweig.

Denn die Beispiel-Rechnung für einen angenommenen Störfall hatte ergeben, dass im Umkreis von 350m niemand wohnen dürfte.

Nun hat die BISS diesen Stresstest der ESK mit den aktuellen Werten für das radioaktive Inventar bei Eckert & Ziegler in Braunschweig neu berechnet. siehe "Stresstest"

Für alle, die nicht gerne Formeln nachrechnen und denen die Kurzfassung nicht aussagekräftig genug ist, hat die BISS nun einen Film verfasst und auf Youtube gestellt.

Der Stresstest der BISS

Grafik der EvakuierungszoneDie BISS hat mit dem offiziellen Formelwerk der Strahlenschutzkommission einen Stresstest für die Nuklearfirma Eckert & Ziegler erstellt und diese Woche der Stadt Braunschweig und dem Niedersächsischen Umweltminister übermittelt. Wir erwarten eine Überprüfung und Berücksichtigung dieses Stresstests.

Der Stresstest zeigt, dass eine Evakuierung der Bevölkerung ist in bis zu 20 km Entfernung notwendig wäre, wenn lediglich ein Tausendstel der am Braunschweiger Standort genehmigten Radioaktivität freigesetzt würde.

Der BISS ist absolute Transparenz ihrer Berechnungen ein wichtiges Anliegen. Deshalb kann unser Stresstest hier nachgelesen und nachgerechnet werden. (Außerdem gibt es eine Kurzfassung ohne Berechnungen.) Weiterlesen

Heute vor 5 Jahren: Hearing in der Stadthalle Braunschweig

Am 25. Januar 2012 erreichten die Proteste gegen die Bearbeitung nuklearer Substanzen neben Wohnhäusern und Schulen einen weiteren Höhepunkt: Die Stadt Braunschweig lud zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung. Leider war das Podium nicht ausgewogen; die von der BISS eingeladenen Experten waren dort offensichtlich nicht erwünscht. Dafür durfte Andreas Eckert radioaktives Inventar mit einer Tafel Schokolade vergleichen, ohne dass nennenswert auffiel, dass selbst in einer solch geringen Masse hohe Radioaktivität herrschen kann.

Einige "Highlights" (eine komplette Transkription zum Suchen gibt es hier):

  • (Video ab 00:21:01): Unausgewogenes Podium.
  • (Video ab 02:03:31): Abluft (Kaminüberwachung).
  • (Video ab 02:06:45): Havarierte Cäsiumbox.

Was hat sich seitdem geändert? Es gibt mehr Messpunkte – was grundsätzlich zu begrüßen ist, aber nichts an der Strahlungsaktivität ändert. Und die kaputte Cäsiumbox, die extrem stark strahlt, kann der Atommüll-Entsorger nicht selbst entsorgen: Trotz mehrfacher Ankündigung, eine Spezialfirma beauftragen zu wollen, ist nicht bekannt, dass sie vom Gelände entfernt wurde.

Sind BISS-Experten jetzt endlich erwünscht? Das wird sich zeigen: Die Stadt muss sich überlegen, ob sie nach zwei unnötiger Weise verlorenen Prozessen an ihrem Anwalt festhält oder sich endlich jemanden sucht, der die Gesundheit der Menschen verteidigt.

Die Video-Aufzeichnung des Hearings wurde freundlicherweise bereitgestellt von einem Team des Koordinationskreises Asse II (Achtung: Beginn: 00:04:20).

Neue Info-Videos

Wir haben unsere Jubiläumszeitung "BISS spezial" mit Bildern versehen und vertont: Schaut mal in die Playlist "5 Jahre BISS: Präzedenzfall Braunschweig" auf unserem Youtube-Kanal!

Je mehr Menschen die Videos anklicken, den Kanal abonnieren, einzelne Filme verlinken, auf dem eigenen Kanal einbetten, Links twittern, uns weiterempfehlen, desto besser.

Desto wahrscheinlicher werden Spenden für den Rechtshilfefonds Strahlenschutz: Damit Braunschweig eine Chance hat.

 

"Da geht noch was: Atommüllentsorgung gefährdet eine Region" (neues Video)

Das Nationale Entsorgungsprogramm (NaPro) enthält Lücken, die unter anderem dazu verwendet werden können, die Region Braunschweiger Land als Müllhalde für radioaktive Abfälle zu manifestieren. Die BISS hat 2015 in diesem Zusammenhang nicht nur den "Appell der Region" mit unterzeichnet, sondern zusätzlich eine eigene Einwendung verfasst. Diese haben wir im folgenden Video vertont (hier die Textform).

Das im Dezember 2016 erfolgte Urteil zum Bebauungsplan für Braunschweigs Norden ist ebenfalls ein Schritt in Richtung Verfestigung der Region als Schwerpunkt der Bearbeitung und Lagerung radioaktiver Substanzen. Das kann nicht mehr übersehen werden. Je mehr Menschen Argumente dagegen kennen und weitergeben, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Proteste doch noch Wirkung zeigen. Salzgitter hat sich gewehrt, Braunschweig muss nachziehen!

Hallo – wach!?!

Eule

Fünf Jahre BISS, die Erste: Von Menschen

5 Jahre lang ist es der Bürgerinitiative Strahlenschutz bisher gelungen, den Bau der geplanten Atomhalle neben Schulen und Wohnhäusern zu verhindern. Nun, da die Politik vor offensichtlich illegal erworbenem Bestandsschutz endgültig die Waffen streckt (fehlende UVP, aber „die will doch keiner vor der Haustür“ – nein, eben!), wo die Justiz offensichtlich bestehende Risiken ignoriert und von den vielen großen Projekten die Konzentration auf eines bleibt, nämlich auf die Klage gegen die Genehmigungen am Standort, bleibt Zeit, persönliche Eindrücke zu sortieren und fruchtbar zu machen. Braunschweig(-Thune) ist nämlich symptomatisch für eine größere Entwicklung, deshalb können vielleicht andere von unseren Erfahrungen profitieren und anderswo Gutes damit tun.  Weiterlesen

B-Plan kippt: Jetzt Rechtshilfefonds unterstützen!

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

mit der Nichtzulassung einer Revision wird die geplante Klage einiger AnwohnerInnen gegen die Umgangsgenehmigungen der Nuklearfirmen am Standort Braunschweig immer wichtiger. Damit die privaten KlägerInnen nicht auf dem finanziellen Risiko sitzenbleiben, haben wir einen Rechtshilfefonds gegründet.

Dem Fonds kann man beitreten, es gibt aber auch die Möglichkeit, einen geringeren Betrag zu spenden. Da hier keine Gemeinnützigkeit vorliegt, obwohl es einen gemeinnützigen Zweck gibt (Schutz vor ionisierender Strahlung), sind diese Spenden leider nicht steuerlich absetzbar.

Umso mehr freuen wir uns über jede finanzielle (oder anderweitige) Unterstützung! Der BISS e.V. darf hier finanziell nicht tätig werden.

Eine aktuell dringende Bitte: Unterstützen Sie auch die Angeklagten im Schadensersatz-Prozess (siehe auch Info-Video), den Eckert & Ziegler gegen Teilnehmer einer BISS-Demonstration führt.

Aktueller Stand (22.01.2017): Ein einzelner der Beklagten soll zahlen; sowohl der Betroffene als auch die anderen Beklagten tragen zusätzlich Anwaltskosten für ihren friedlichen Einsatz im Sinne der Allgemeinheit in Höhe von rund 4000,- €, die bislang nur zu kleinen Anteilen vom Rechtshilfefonds Strahlenschutz e.V. übernommen werden.

  • Peter Meyer
    Verwendungszweck: Schadensersatzklage-Eckert & Ziegler
    Postbank Hannover
    IBAN: DE46250100300235850307
    BIC: PBNKDEFF

Danke!

Infoabend online: Risiken durch Nuklearbetriebe im Wohngebiet

Der BISS-Informationsabend im Rahmen der bundesweiten "Atommüllalarm - Tatorte in Deutschland"-Kampagne vom 23.10.2014 ist größtenteils als Youtube-Video verfügbar. Zur Erinnerung: Der Physiker Wolfgang Neumann (INTAC Hannover) und der Mediziner Hartmut Heinz (IPPNW) hatten über Gefährdungen durch Niedrigstrahlung sowie über Gefährdungen bei Stör- und Unfällen auf dem Thuner Gelände referiert. Konkret:

  • Welche Risiken entstehen durch die Nuklearbetriebe in Braunschweig bei Störfällen oder Unfällen?
  • Welche Gefahren gehen von ionisierender Strahlung aus?

Schaut mal rein! (Achtung, Playlist - 6 aufeinanderfolgende Videos!)

Braunschweig - statt Marketing: BISS-Video zum Weiterverbreiten!

Unser neues Video ist online: Schaut mal rein, nehmt Euch die paar Sekunden und teilt den Kurzfilm (ca. 5 Minuten) auf Facebook, Twitter, google+, WhatsApp... oder empfehlt den Link per Mail: https://www.youtube.com/watch?v=xUZhvInUkjU (auch auf eigenen Webseiten einbindbar).