Der folgende Artikel zur Grenzwertberechnung bei radioaktiver Belastung spricht für sich selbst. Jeder Absatz beinhaltet neue Gedankenanstöße, und jeder, der in dieses Gebiet einsteigen will, sollte ihn gelesen haben. Von der Tatsache, dass Mitarbeiter in beurteilenden Behörden mit der Atomindustrie verbunden sind, über utilitaristische Berechnungen, die warnende Studien außer acht lassen, wird mit anschaulichen Beispielen unterfüttert dargelegt, weshalb die Grenzwerte so sind, wie sie sind – und eigentlich geringer sein müssten. Weiterführend könnte man beispielsweise nachlesen, wie im März 2011, nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima, die europäischen Grenzwerte für Nahrungsmittel heraufgesetzt wurden. Glücklicherweise hat man sie später wieder heruntergesetzt – aber selbst diese Werte sind, siehe oben, unbedingt anzuzweifeln.
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Initiativen informieren über Zwischenlager Leese
Der Runde Tisch Energiewende Stolzenau (am Steinhuder Meer), der Anti-Atom-Kreis Nienburg sowie in Unterstützung dieser Kreis-Initiativen die Bürgerinitiative Energiewende Schaumburg informierten in Stolzenau viele Menschen, denen zuvor offenbar gar keine oder nur spärliche Informationen über das strahlende Zwischenlager in ihrer Nähe zugegangen waren, über die Landessammelstelle für radioaktive Abfälle (LSSt). Dargelegt wurde unter anderem, dass EZN, der Betreiber dieser Anlage, Abfälle in Belgien bzw. den USA verbrennen lässt, wodurch zwar das Volumen, nicht aber die Strahlung vermindert wird. Das hat zur Folge, dass ein randvolles Fass verbrannten Atommülls deutlich mehr strahlt als eines mit nicht derart konditionierten Substanzen. Auf dem Gelände in Leese lagern mittlerweile mehr als 12,000 Fässer zu je 200 Litern. Ironischerweise nennt sich der Lagerort „Bio-Energie-Park Öhmer Feld“ – von „bio“ (griechisch für „Leben“), also nachhaltiger und lebensfreundlicher Wirtschaft, ist da offensichtlich keine Spur. Für November ist eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Dr. Angelika Claußen (IPPNW) sowie Peter Dickel (AG Schacht Konrad) geplant, zu der auch das Gewerbeaufsichtsamt eingeladen werden soll. Man darf gespannt sein.
(Betr)Offenheit?
Keine Ahnung, warum mich das noch enttäuscht: Da haben wir als BISS bereits seit dem allerersten Antrag auf Sondergenehmigung trotz Veränderungssperre auf die hohe Wahrscheinlichkeit hingewiesen, dass es dabei nicht (nur?) um die Interessen der Antragsteller Buchler bzw. GE, sondern um Eckert & Ziegler geht. Wir haben dargelegt, dass wir Verlagerungen von Betriebsteilen fürchten, die den Nachteil ausgleichen sollen, den die Veränderungssperre möglicherweise für EZNs neuen Großauftrag bedeutet – und vielleicht für weitere Aufträge, die schon unter Dach und Fach gebracht worden sind. Und jetzt wird einfach mir nichts, dir nichts in einem Nebensatz aufgedeckt: Wir hatten recht. Gut, man kann Enttäuschung auch als Ent-Täuschung sehen, in dem Fall hätte sie sogar noch ihren Sinn: Ich persönlich traue spätestens jetzt in Bezug auf das Thuner Gelände niemandem mehr, der die Interessen EZNs geschäftlich vertritt, denn niemand von ihnen ist wirklich unabhängig. (Betr)Offenheit? weiterlesen
Offiziell: Alle Ausnahmeanträge dienen EZN-Zwecken
Schon wieder war ein Offener Brief der BISS vonnöten; diesmal wegen offener Lobbyarbeit eines hochrangigen Mitarbeiters von GE, der zugleich Bezirksratsmitglied ist, als solches aber erst nachträglich und ganz offensichtlich zweckgebunden „eingewechselt“ wurde. Bei dieser Gelegenheit stellte sich zusätzlich heraus, dass wir mit unseren Warnungen vor scheinbar unabhängigen Sonderanträgen richtig lagen – alle drei Anträge auf Ausnahme von der Veränderungssperre wurden für Eckert & Ziegler gestellt! Und man darf wohl ergänzen: Die Antrage dienen Eckert & Ziegler zur Bearbeitung des 2011 akquirierten Großauftrages im Bereich Umweltdienste, also der (Atom-)Müllverarbeitung.
Wenn man sich jetzt noch erinnert, dass der dritte Antrag, den EZN selbst stellte, den Bau einer neuen Halle enthält, vervollständigt sich das Bild: Hier werden seitens der Firmen auf dem Gelände alle denkbaren politischen Fäden gezogen, um die Halle zur Verarbeitung von Atommüll im industriellen Maßstab doch noch bauen zu können. Das bedeutet: Wir als Bürger müssen Präsenz zeigen, bei den Sitzungen des Bezirksrates (01.11., 19 Uhr), des Planungs- und Umweltausschusses (07.11., 15 Uhr, Tagesordnung demnächst unter ratsinfo.braunschweig.de) und aller Gremien, die sich vielleicht sonst noch mit der Thematik befassen.
EZN lädt ein … zur Betriebsbesichtigung … mit Ausnahmen …
Die Einladung als PDF-Datei oder von der BISS hier als Text:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
die Firma Eckert & Ziegler lädt über Postwurfsendungen in den Stadtteilen Wenden und Thune die Bürgerinnen und Bürger zur Betriebsbesichtigung ein. Das entsprechende Schreiben liegt in digitalisierter Form im Anhang.
Folgende Termine werden für die Besichtigung angeboten:
1.) Dienstag, 06.11.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
2.) Mittwoch, 14.11.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
3.) Mittwoch, 21.11.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
4.) Mittwoch, 28.11.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
Bei starker Nachfrage sollen weitere Besichtigungstermine angeboten werden.
Personen unter 18 Jahre, Schwangere und Stillende sind von Besichtigung ausgeschlossen.
Alles weitere ist bitte dem Einladungsschreiben (s. Anhang) zu entnehmen.
Die Anmeldungen mit Namen und Geburtsdatum können auch per Email an Antonia Zischka <antonia.zischka@ezag.de> geschickt werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) e.V.
